KLIMASCHUTZ
- Klimaschutz für Alle
- Würzburg auf Klimakurs - was wir auf den Weg gebracht haben:
- 100 % erneuerbare Energien bis 2040
- Klimagerechtes Planen und Bauen
Klimaschutz für Alle
Der Stadtrat hat beschlossen, dass Würzburg bis 2040 klimaneutral wird und die Stadtverwaltung dieses Ziel bereits bis 2028 erreichen soll. Klimaschutz ist eine Chance, unsere Stadt als einen lebenswerten Ort für heutige und zukünftige Generationen zu bewahren. Wir müssen die Menschen schützen, die in Würzburg leben, denn Klimaschutz ist Menschenschutz.
Würzburg hat bereits wichtige Schritte unternommen. CO₂-Emissionen wurden reduziert, Grünflächen erhalten und geschaffen, erneuerbare Energien und nachhaltige Mobilität ausgebaut sowie die Barrierefreiheit im ÖPNV gefördert. Diesen Kurs gilt es entschlossen fortzusetzen. Als GRÜNE setzen wir uns bei jeder Entscheidung des Stadtrats dafür ein, dass diese Ziele stets im Fokus bleiben und alle Maßnahmen darauf ausgerichtet sind. Wir verstehen Klimaschutz als gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die die soziale Gerechtigkeit in den Mittelpunkt stellt.
Um unser Ziel zu erreichen, müssen wir aktiv zentrale Themen wie die Energie- und Wärmewende, Mobilität und die energieeffiziente Gebäudesanierung vorantreiben. Diese Maßnahmen schützen nicht nur die Menschen und die Umwelt, sondern steigern auch die Lebensqualität, fördern unsere Unabhängigkeit in der Energieversorgung und stärken die wirtschaftliche Basis unserer Stadt. Wirtschaftliche Vernunft und Klimaschutz gehen Hand in Hand und bedingen sich gegenseitig.
Wir setzen auf vielfältige Beteiligungsformate, um den Ideenreichtum der Gesellschaft zu nutzen und gemeinsam transparente, gerechte und umsetzbare Klimaschutzmaßnahmen zu entwickeln. Denn nur durch die Einbindung unterschiedlicher Perspektiven lässt sich eine breite gesellschaftliche Akzeptanz erreichen.
Würzburg auf Klimakurs - was wir auf den Weg gebracht haben:
In den vergangenen Jahren haben wir als GRÜNE Fraktion im Würzburger Stadtrat maßgeblich dazu beigetragen, den Klimaschutz in unserer Stadt voranzutreiben. Zentrale Meilensteine waren der Grundsatzbeschluss zur CO₂-Reduktion 2009, das 2012 beschlossene Integrierte Klimaschutzkonzept (iKK) und dessen Weiterentwicklung im Jahr 2021, das die Grundlage für unsere ambitionierten Klimaziele bildet. Das iKK, das in enger Zusammenarbeit mit der Stadtgesellschaft erarbeitet wurde, definiert neun Handlungsfelder mit insgesamt 30 Maßnahmen und über 94 Bausteine mit konkreten Umsetzungsschritten.
Darüber hinaus setzen wir GRÜNE uns dafür ein, das iKK regelmäßig zu überprüfen, fortzuschreiben und an neue wissenschaftliche Erkenntnisse sowie aktuelle Entwicklungen anzupassen, um den Klimaschutz in Würzburg nachhaltig und wirkungsvoll voranzubringen.
- Klimaneutralität als Ziel: Wir haben das Ziel verankert, Würzburg bis spätestens 2040 klimaneutral zu gestalten, die Stadtverwaltung bereits bis 2028.
- Reduktion des Energieverbrauchs: Zwischen 2019 und 2022 konnte der Endenergieverbrauch in Würzburg um 13 % gesenkt werden. Im Verkehrssektor betrug die Reduktion lediglich 3 %. Die Treibhausgasemissionen gingen im gleichen Zeitraum um etwa 7,3 % zurück.
- Freiflächen-Photovoltaik in Planung: Mit dem Grundsatzbeschluss des Stadtrats vom Mai 2024 wurde der Ausbau von Freiflächen-Photovoltaik in Würzburg gezielt angestoßen. Auf Grundlage der im Klimabericht 2024 veröffentlichten landschaftlichen Standortpotenzialanalyse konnten mehrere geeignete Flächen identifiziert werden. Erste Projekte befinden sich bereits in der konkreten Planungsphase - ein wichtiger Schritt - zur Nutzung unversiegelter Flächen für die klimafreundliche Energiegewinnung.
- Solare Baupflicht eingeführt: Bereits 2021 hat der Würzburger Stadtrat die Einführung einer solaren Baupflicht beschlossen. In neuen Bebauungsplänen wird seitdem festgelegt, dass geeignete Dachflächen für Photovoltaik genutzt werden müssen. Bayern folgte später mit einer landesweiten PV-Pflicht ab 2023 für Gewerbebauten und ab 2025 für Wohngebäude.
- Förderung erneuerbarer Energien: Wir haben die Installation von Balkonkraftwerken aktiv unterstützt. Allein im Jahr 2024 wurden 629 neue Anlagen installiert, davon 221 durch städtische Fördermittel. Insgesamt sind über 1.030 Balkonkraftwerke in Betrieb, die jährlich etwa 136 Tonnen CO₂ einsparen.
- Wärmeleitplanung: Die Stadtwerke haben in Zusammenarbeit mit der Stadt eine umfassende Wärmeleitplanung erarbeitet, um die Wärmeversorgung bis 2040 klimafreundlich und kosteneffizient zu gestalten. Der kommunale Wärmeplan wurde im Jahr 2025 beschlossen. Eigentümer*innen wissen damit, ob ihre Grundstücke künftig mit Fernwärme erschlossen werden.
- Energiestandards in Bebauungsplänen: In neu aufgestellten Bebauungsplänen werden mittlerweile ambitionierte Energiestandards vorgegeben und teilweise auch ganze Energiekonzepte beschlossen.
- Steigerung der Fahrgastzahlen im ÖPNV: Durch eine Taktverdichtung bei Bussen und Straßenbahnen sowie attraktive neue Tarifangebote konnte der öffentliche Personennahverkehr zwischen Oktober 2019 und Oktober 2023 nahezu 10 % mehr Fahrgäste gewinnen.
- Klimaanpassung: Würzburg hat gemeinsam mit dem Landkreis einen kommunalen Hitzeaktionsplan entwickelt, um präventive Maßnahmen gegen die Auswirkungen der Klimaerhitzung zu ergreifen.
- Einführung des ClimateHub Würzburg: Auf unsere Initiative hin wurde 2024 der ClimateHub als zentrale Plattform für bürgerschaftliches Klimaschutzengagement eingerichtet und wird seither von der Stadt aktiv gefördert.
Diese Erfolge zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Doch wir wissen auch, dass noch viel zu tun ist. Wir werden weiterhin mit Nachdruck daran arbeiten, Würzburg zu einer klimaneutralen und lebenswerten Stadt für alle zu machen mit den folgenden Zielen.
100 % erneuerbare Energien bis 2040
Die Umstellung auf 100 % erneuerbare Energien in Erzeugung, Verkehr, Gebäuden und Industrie ist nicht nur ein Ziel, sondern eine Notwendigkeit für den Klimaschutz.
In Würzburg haben wir bereits Fortschritte gemacht: In den vergangenen Jahren hat der Ausbau von Photovoltaikanlagen auf Dächern in Würzburg einen erheblichen Anstieg zu verzeichnen. Im Jahr 2022 wurden über 5.000 kWp neu installiert, wodurch sich der Zubau im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdoppelte. 2023 setzte sich dieser Trend mit über 11.500 kWp fort, was erneut mehr als einer Verdopplung gegenüber 2022 entspricht. Im Jahr 2024 wurde der Ausbau auf knapp 14.000 kWp weiter gesteigert.
Durch diesen rasanten Zuwachs an installierter Dach-PV-Leistung wurden in den letzten drei Jahren mehr Kapazitäten geschaffen als in allen vorherigen Jahren zusammen. Bis Ende 2024 erreichte die gesamte installierte Photovoltaikleistung in Würzburg somit knapp 58.000 kWp. Der starke Zubau von Dach-PV-Anlagen in den letzten Jahren zeigt, dass sich die Stadt Würzburg bereits auf einem guten Weg befindet, die ambitionierten Anforderungen des Ziels Klimaneutralität 2040 zu erfüllen. Dennoch muss der Ausbau sämtlicher Photovoltaik-Typen weiter intensiviert werden. Neben Dachflächen bieten vor allem gut geeignete Freiflächen ein großes Potenzial. Erste Freiflächen-PV-An-lagen befinden sich bereits in der Planungsphase. Unabhängig davon ist die Wärmeversorgung noch stark von fossilen Energieträgern abhängig. Die im Dezember 2025 abgeschlossene Wärmeleitplanung der WVV und der Stadtverwaltung stellt einen bedeutenden Schritt in Richtung einer nachhaltigen Wärmeversorgung dar.
- Wir GRÜNE setzen uns für ein ambitioniertes Ziel ein: Bis 2040 wollen wir 100 % erneuerbare Energien erreichen, sowohl in der lokalen Erzeugung als auch beim Zukauf von Energieträgern. Diese Umstellung wird nicht nur die Energieunabhängigkeit und das Klima verbessern, sondern auch langfristig die Energiekosten für unsere Bürger*innen senken.
Erneuerbarer Strom
Erneuerbare Energien zur Stromgewinnung sind nicht mehr wegzudenken und können sogar auf dem eigenen Balkon zur Transformation beitragen.
In den letzten Jahren haben wir GRÜNE maßgeblich dazu beigetragen, dass in Würzburg eine PV-Pflicht in Neubaugebieten eingeführt wurde. Mit dem kommunalen Denkmalschutzkonzept ebnet Würzburg den Weg für denkmalverträgliche Photovoltaik in der Altstadt. Nach erfolgreichen Pilotprojekten, wie der Solaranlage auf dem Dach der Erlöserschwestern, soll in Zukunft eine Gestaltungssatzung beschlossen werden, die die Nutzung solarer Energie auf denkmalgeschützten Gebäuden erleichtert und planungssicher macht.
In Würzburg schlummern noch zahlreiche ungenutzte Potenziale für Photovoltaik auf Dächern, Fassaden, Balkonen, Parkplätzen und sogar an Haltestellen. Darüber hinaus haben sich die Möglichkeiten für Freiflächen-Photovoltaik und Windkraftanlagen auf dem Stadtgebiet verbessert. Zum einen gibt es den Bericht zur landschaftlichen Standortpotenzialanalyse für Freiflächen- Photovoltaikanlagen, welche das Stadtgebiet in Flächenkategorien zur Eignung für die Bebauung mit Freiflächen-Photovoltaik aufteilt.
Zum anderen weist der Regionalplan Würzburg ein Windenergiegebiet im Südwesten von Würzburg, an der Grenze zu Reichenberg, aus. Somit leisten wir in Würzburg einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Energieversorgung.
Die Stadt muss hierbei mit gutem Beispiel vorangehen. Kommunale Gebäude wie Verwaltungsgebäude, Schulen und Kitas sollten mit Photovoltaikanlagen ausgestattet werden. Auch moderne Speicherlösungen und Ladepunkte für E-Mobilität sind entscheidend, um die Energiewende voranzutreiben.
Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass die Stadt:
- förderliche Rahmenbedingungen schafft und Restriktionen abbaut
- beim Ausbau erneuerbarer Energien als Vorbild agiert
- Investitionen von Bürger*innen in Großprojekte ermöglicht
- kostenlose Informationen sowie Erstberatungen anbietet
Erneuerbare Wärme
Um in Würzburg klimaneutral zu werden, muss auch die Wärmewende gelingen. Denn fast die Hälfte der CO₂-Emissionen der Stadt entfällt auf den Bereich Wärme, die vorwiegend noch mit Öl und Gas erzeugt bzw. als Fernwärme bereitgestellt wird. Als wichtiger Schritt zur klimaneutralen Wärme gibt der 2025 beschlossene Wärmeplan eine Orientierung, wo - über das Bestandsnetz hinaus - in Zukunft der Anschluss an ein Wärmenetz möglich sein soll.
Wir GRÜNE setzen uns für die planmäßige Umsetzung des Fernwärmeausbaus ein. Gleichzeitig müssen die im Transformationsplan aufgezeigten neuen klimaneutralen Wärmeerzeuger realisiert werden, insbesondere die von uns initiierte Großwärmepumpe im Klärwerk, die bereits 2030 in Betrieb gehen soll, und etwas später die FlusswasserWärmepumpe am Standort des Heizkraftwerks.
Wo keine Wärmenetze geplant sind, ist im Gebäude-Energie-Gesetz geregelt, welche klimaneutralen Heizungsarten im Fall einer irreparabel defekten Heizung möglich sind. In den meisten Fällen sind Wärmepumpen die beste Option, weil sie konkurrenzlos effizient sind und die niedrigsten Betriebskosten haben.
Der Anschluss an die Fernwärme allein reicht nicht aus, solange diese noch mit Erdgas im Kraftwerk an der Friedensbrücke und im Müllheizkraftwerk erzeugt wird, was zusammen etwa 15 % der CO₂-Emissionen in Würzburg verursacht. Würzburgs Fernwärme ist seit 2022 klimafreundlicher: Auf GRÜNE Initiative hin wird ein größerer Teil seither durch Müllverbrennung gedeckt, indem Abfälle im Sommer für die Heizperiode zwischengelagert werden. Dadurch werden jährlich ca. 100.000 Tonnen CO₂ weniger freigesetzt. Müll gilt derzeit noch als klimaneutraler Brennstoff - für uns GRÜNE ist das jedoch keine dauerhaft nachhaltige Lösung. Unser Ziel bleibt eine Fernwärmeversorgung auf Basis wirklich erneuerbarer Quellen.
Der Transformationsplan zum Wärmeplan zeigt auf, wie die Fernwärme schrittweise klimaneutral werden kann, insbesondere durch den verstärkten Einsatz großer Wärmepumpen.
Wir GRÜNEN setzen uns ein für:
- Bereits in Planung ist eine von uns GRÜNEN initiierte 30-Megawatt-Großwärmepumpe am Klärwerk, die voraussichtlich ab 2030 gereinigtes Abwasser als ergiebige Wärmequelle nutzt.
- Etwa 2035 soll eine 45-Megawatt-Flusswasser-Wärmepumpe im Gebäude des Kraftwerks an der Friedensbrücke in Betrieb gehen.
- Darüber hinaus wird weiterhin die im Müllheizkraftwerk entstehende, gesetzlich als klimaneutral geltende „unvermeidbare Abwärme“ genutzt. Allerdings werden dabei jährlich über 90.000 Tonnen CO₂ freigesetzt, weshalb wir mit einer Zero-Waste-Strategie die Verbrennung schrittweise reduzieren wollen (weitere Informationen zum Zero-Waste-Konzept befinden sich im Kapitel „Natur & Umwelt“).
Wir gehen davon aus, dass klimaneutrale Gase wie z.B. Biomethan oder grüner Wasserstoff auch zukünftig keine Bedeutung als Heizenergie haben werden, weil sie gegenüber unschlagbar effizienten Wärmepumpen sozial unverträglich hohe Heizkosten zur Folge hätten. Lediglich zur Versorgung weniger Großverbraucher wie z.B. dem auch langfristig als Reserve vorgehaltenen Kraftwerk an der Friedensbrücke könnten sie eine Rolle spielen.
Klimagerechtes Planen und Bauen
Die Herausforderungen der Klimakrise erfordern ein grundlegendes Umdenken in der Bauleitplanung und der Errichtung sowie der Sanierung von Gebäuden. Ziel ist es, Lebensräume zu schaffen, die ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Anforderungen gerecht werden.
Klimaangepasste und klimaschützende Planung
Klimaschützende und klimaangepasste Bauleitplanung bedeutet, dass alle neuen Bauprojekte und Stadtentwicklungen unter Berücksichtigung der Klimaziele und der Anforderungen an sich ändernde klimatische Verhältnisse geplant werden. Zu einer solchen Bauleitplanung gehört, die rechtlichen Möglichkeiten im Rahmen der Baugesetzgebung konsequent und systematisch zu nutzen. Dazu gehört, dass bei jeder Entscheidung die
Auswirkungen auf das Klima, die Umwelt und die Lebensqualität der Bürger*innen mitberücksichtigt wird. Wir GRÜNE setzen uns für eine klimaorientierte Bauleitplanung ein, die konsequent die Herausforderungen der Klimakrise berücksichtigt und alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpft. Konkret bedeutet das:
- Festlegung energieeffizienter Bauformen: In Bebauungsplänen soll die Art und das Maß der baulichen Nutzung so gesteuert werden, dass kompakte, flächensparende Bauweisen ermöglicht und Wärmeverluste minimiert werden.
- Förderung solarer Energiegewinnung: Durch Festsetzungen zur Dachausrichtung, Dachneigung und geeignete Bauformen kann die Nutzung solarer Strahlung (z. B. für PV oder Solarthermie) gestärkt werden.
- Integration erneuerbarer Energiesysteme: Wo möglich, sollen regenerative Quartierslösungen (z. B. Wärmenetze, PV-Freiflächen in Randlagen oder Geothermie) bauleitplanerisch berücksichtigt und vorbereitet werden.
- Örtliche Bauvorschriften nutzen: Durch Gestaltungsvorgaben für Dächer, Fassaden oder Materialien können PV-Anlagen in das Stadtbild integriert und baurechtlich abgesichert werden, auch im Bereich von Denkmalen oder Ensembles.
- Berücksichtigung von Klimaanpassung: Maßnahmen wie Entsiegelung, Regenwassermanagement, Schatten spendende Bäume und Grünverbindungen müssen bereits im Rahmen der Bauleitplanung systematisch mitgedacht und festgesetzt werden.
- Verkehrsplanung als Klimafaktor: Die Bauleitplanung soll vorausschauend Mobilität mitdenken, beispielsweise durch Anbindung an ÖPNV, sichere Rad- und Fußwege sowie die Reduktion von Stellplatzvorgaben zugunsten nachhaltiger Mobilität.
Energieeffizienz im Gebäudebestand
Ein zentraler Schlüssel zur Klimaneutralität liegt in der energetischen Sanierung bestehender Gebäude. Neben dem flächendeckenden Einsatz effizienter Wärmepumpen ist eine umfassende Dämmung von Dach, Fassade und Keller entscheidend, um den Energiebedarf deutlich zu senken. Nur durch eine konsequente Sanierungsstrategie können die CO₂-Emissionen im Gebäudesektor dauerhaft reduziert und soziale Belastungen durch steigende Energiekosten vermieden werden. Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass Förderprogramme, Beratung und Sanierungsanreize gezielt verstärkt und auf sozial gerechte Weise gestaltet werden.
Informationsangebote für Bürger*innen
Ein erfolgreicher Wandel gelingt nur gemeinsam. Daher ist es uns wichtig, dass Eigentümer*innen umfassend und unabhängig informiert werden. Das Energie- und Klimazentrum bietet bereits heute kostenlose Erstberatungen zur energetischen Sanierung, zu Heizungstausch, Fördermitteln oder Photovoltaik. Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, diese Angebote auszubauen und durch gezielte Informationskampagnen, Workshops und Quartiersprojekte noch mehr Menschen zu erreichen.
Nachhaltige Mobilität
Der Verkehr verursacht in Deutschland rund ein Fünftel der Treibhausgasemissionen, in Würzburg liegt dieser Anteil sogar höher: Im Jahr 2022 gingen etwa 34 % der städtischen Emissionen auf den Verkehrssektor zurück, was rund 327.000 Tonnen CO₂-Äquivalente entspricht. Neben dem hohen Energieverbrauch tragen auch Lärm und Luftschadstoffe zur Belastung von Umwelt und Gesundheit bei.
Um die Mobilität zu verbessern und den Klimaschutz voranzubringen, setzen wir GRÜNE auf den Umweltverbund: ÖPNV, Fahrrad- und Fußverkehr. Wichtige Maßnahmen sind der konsequente Ausbau der Straßenbahnlinien, ein eng getaktetes, verlässliches Busangebot, ein durchgängiges, sicheres Fahrradwegenetz sowie ein barrierefreies Gehwegenetz.
Nachhaltige Mobilität ist ein zentraler Baustein für wirksamen Klimaschutz. Vier zentrale Handlungsansätze helfen dabei, Emissionen zu senken und lebenswerte Stadträume zu schaffen:
- Verkehrsvermeidung: Durch kluge Stadtplanung und kurze Wege werden unnötige Fahrten reduziert, was den CO₂-Ausstoß senkt und den Klimaschutz fördert.
- Verkehrsverlagerung: Der Ausbau von ÖPNV und Fahrradinfrastruktur schafft attraktive Alternativen zum Auto und macht nachhaltige Mobilität für alle Generationen zugänglich.
- Verkehrsverbesserung: Verbesserte Taktung im Nahverkehr, ein wachsendes Radwegenetz, barrierefreie Gehwege und die digitale Vernetzung verschiedener Angebote erleichtern den Umstieg auf klimafreundliche Verkehrsmittel.
- Verkehrsberuhigung: Mehr Spielstraßen, verkehrsberuhigte Geschäftsbereiche und der Ausbau der Fußgängerzone steigern die Lebensqualität und unterstützen eine klimafreundliche Stadtentwicklung.
Detaillierte Maßnahmen und weitere Ausführungen finden sich im Kapitel „Mobilität“.