MOBILITÄT
MOBILITÄT FÜR ALLE
Mobilität ist ein Grundrecht und muss für alle Menschen zugänglich, bezahlbar und umweltfreundlich sein. Denn noch immer macht der Verkehr ein Fünftel unter den Treibhausgasemissionen in Deutschland aus. Das bekommen wir besonders durch den Talkessel zu spüren: Täglich überlastet der Straßenverkehr den Stadtring und unsere Hauptstraßen, nicht zuletzt verursacht durch Schleichverkehr abseits der Autobahn. Die Konsequenzen sind Lärm, Feinstaub und Abgase.
Mobilität für alle bedeutet für uns, dass die heutigen Mobilitätsbedürfnisse in einer dauerhaft umwelt-, sozial- und generationengerechten Weise gewährleistet werden. Wir stehen für eine vernetzte Mobilität, die alle Verkehrsmittel betrachtet und den Nutzen des Umweltverbundes (Fuß, Rad, ÖPNV) durch verschiedenste Maßnahmen stärkt. Wir GRÜNE setzen uns für ein Würzburg ein, in dem barrierefreies Fortkommen selbstverständlich ist – unabhängig von Alter, körperlicher Verfassung oder Einkommen.
Eine gelungene Verkehrswende bedeutet für uns:
- Verkehrsvermeidung: Alle neuen Siedlungsgebiete müssen von Anfang an optimal mit dem ÖPNV erreichbar sein und mehr Durchmischung zwischen Wohnen und Gewerbe ermöglichen. Bei der Stadtplanung sollte immer mitgedacht werden, wie sich eine gut vernetzte, barrierefreie und gerechte Mobilität in Zukunft umsetzen lässt. Denn in einer Stadt der kurzen Wege gibt es mehr Rad- und Fußverkehr.
- Verkehrsverlagerung: Wir setzen uns für den Ausbau des ÖPNV und unserer Fahrradinfrastruktur ein. Verkehrsplanung und Stadtentwicklung wollen wir gemeinsam denken, sodass moderne Mobilitätskonzepte überzogene Stellplatzforderungen überflüssig machen.
- Verkehrsverbesserung: Vielerorts hat die Stadt Würzburg ihren Umweltverbund aktiv gestärkt. Seit Einführung des City-Takts fahren alle Straßenbahnlinien in einem merkbaren Takt und abgestimmt mit dem Bus. Auch das städtische Fahrradwegenetz ist gewachsen. Die Chancen der Digitalisierung sollten genutzt werden, damit verschiedenste Angebote aus ÖPNV, Miet- und Sharing-Angeboten unter einem Dach vernetzt werden können.
- Verkehrsberuhigung: Wir fordern mehr Spielstraßen und verkehrsberuhigte Geschäftsbereiche in Würzburg. Unsere erfolgreiche Fußgängerzone könnte perspektivisch auch weiterwachsen. Gehwegparken sollte konsequent der Vergangenheit angehören und geahndet werden, sodass alle Menschen sicher unsere Fußwege benutzen können.
Je einfacher und attraktiver das Angebot der Verkehrsmittel des Umweltverbundes (ÖPNV, Fahrrad, Fußwege) ist, desto mehr wird es genutzt. So leistet klimafreundliche Mobilität ihren Beitrag für saubere Luft und weniger Lärm.
Fortschreibung des Lärmaktionsplans Lärmschutz weiter verbessern!
Lärmaktionspläne bedürfen voraussichtlich künftig nicht mehr des Einvernehmens der Regierung von Unterfranken, sondern kommunale Selbstbestimmung und Eigenverantwortung werden gestärkt.
In Würzburg wurde im Jahr 2023 mit einer neuerlichen Fortschreibung des Lärmaktionsplans begonnen. Dabei soll eine umfassende Überarbeitung erfolgen. Bei dieser soll die Prüfung weiterer Straßen erfolgen, auf denen eine Anordnung lärmbedingter Geschwindigkeitsbegrenzungen infrage kommt. Wir wollen, dass diese dann zügig umgesetzt werden, damit der Lärmschutz in Würzburg in bewohnten Straßenzügen weiter verbessert wird.
Unser Ziel: Eine Stadt, in der Mobilität kein Hindernis, sondern ein verbindendes Element ist - sozial, ökologisch und für alle zugänglich.
ÖPNV
Der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) ist das Rückgrat der Verkehrswende. Er verbindet Menschen, entlastet Straßen und schützt das Klima. Deshalb setzen wir uns mit Nachdruck für seinen Ausbau und seine Attraktivität ein. Eine aktuelle Studie des Zukunftsclusters MCube zeigt, dass jeder Euro, der in den ÖPNV investiert wird, einen volkswirtschaftlichen Nutzen von rund drei Euro erzeugt. Dieser Mehrwert entsteht durch Effekte wie mehr Beschäftigung, bessere Erreichbarkeit von Arbeitsplätzen, gestärkten Einzelhandel sowie geringere Umwelt- und Gesundheitskosten.
Wir GRÜNE setzen uns ein für:
- Die Verlängerung der Straßenbahn zum Hubland (Linie 6) und zur Uniklinik (Linien 1/5) hat für uns oberste Priorität. Die Anbindung der Universität und des Klinikums ist für den Standort Würzburg von überragender Bedeutung. Unsere Innenstadt wird durch die städtebaulichen Begleitmaßnahmen attraktiver und Busse können an anderer Stelle eingesetzt werden. Unsere Fahrzeuge werden kontinuierlich modernisiert. Straßenbahnen sind langlebiger, haben eine größere Kapazität und begeistern mit Komfort mehr Menschen dafür, den ÖPNV zu nutzen, als mit Bussen. Deshalb verfolgen wir weiterhin die perspektivische Anbindung nachfragestarker Äste an das Straßenbahnnetz, darunter Versbach, Lengfeld und Höchberg.
- Mit dem eingeführten City-Takt fahren alle Straßenbahnlinien und nahezu alle Buslinien in einem einprägsamen und abgestimmten Takt, sodass niemand mehr auf den Fahrplan oder die App schauen muss. Unser Ziel ist, dass alle Stadtteile regelmäßig angebunden werden. Da in den Tagesrandlagen und am Wochenende noch nicht alle Quartiere zufriedenstellend mit dem Bus oder On-Demand-Systemen angebunden sind, setzen wir uns deshalb für eine zuverlässige Mobilitätsgarantie rund um die Uhr ein.
- Der Hauptbahnhof ist die zentrale Haltestelle für Würzburg und die Region. Wir fordern die Weiterentwicklung zu einer Mobilitätsdrehscheibe mit einem vielfältigen Mobilitätsangebot, das den Bedürfnissen aller Bevölkerungsgruppen gerecht wird. Dabei sollen alle Verkehrsmittel des Umweltverbundes durch barrierefreie, überdachte Wege miteinander verknüpft werden. Vorrangig sind dafür der mehrgleisige Ausbau der Straßenbahnhaltestelle, der Umbau des Busbahnhofs zu einem barrierefreien Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB), die Vergrößerung der Mobilitätsstationen für Sharing-Angebote und die deutliche Ausweitung der Fahrradabstellmöglichkeiten (B&R).
- Stadt und Land sollen auch im ÖPNV besser zusammenwachsen. Ausgehend vom City-Takt sollen an wichtigen Umsteigepunkten die Linien und Anschlüsse zuverlässig miteinander (Hauptbahnhof, Juliuspromenade, Sanderring, Bürgerbräu, Königsberger Straße, Reuterstraße, Talavera) verflochten werden.
- ÖPNV ist für alle Menschen da! Deswegen machen wir uns weiterhin für barrierefreie, überdachte Straßenbahn- und Bushaltestellen stark. An zentralen Haltestellen und in Fahrzeugen würden akustische Signale und eine automatisierte Ansage auch sehgeschädigten Menschen weiterhelfen. Fahrgastinformationen sollen leicht verständlich sein und Echtzeitdaten anzeigen.
- Mit der geplanten Einführung der Regional-S-Bahn Mainfranken wird die Bahn immer mehr Bedeutung für innerstädtische Verkehrsbeziehungen gewinnen. Die gelungene Reaktivierung des Bahnhaltes „Heidingsfeld Ost“ ist hierfür ein Vorbild. Wir setzen uns für die verbesserte Anbindung von „Würzburg Süd“ und „Würzburg/Zell“ sowie die Errichtung neuer Haltepunkte in Heidingsfeld West, in der Sanderau sowie zwischen Lengfeld und Gerbrunn ein.
- Mit dem neuen Verkehrsverbund Mainfranken sind die Planungsregionen Würzburg und Schweinfurt endlich unter einem Dach vereint. Wir fordern eine Vereinfachung des Tarifsystems hin zu unkomplizierten Zeitkarten (Einzelfahrt für ein bis zwei Stunden, Tagesticket, Wochenkarte, Monatskarte, Jahreskarte), sodass niemand mehr sich Sorgen machen muss, die falsche Fahrkarte gelöst zu haben. Günstige Tarife tragen dazu bei, dass der ÖPNV insbesondere für Menschen mit wenig Geld attraktiv ist. Die Ausweitung des Bezugskreises des Sozialtickets ist auch unser Ziel. Unter 18-Jährige sollen grundsätzlich kostenlos fahren dürfen.
- Wir unterstützen die Bestrebungen des Freistaates auch in Bayern ein landesweites Check-in/Check-out bzw. Bein/Be-out System aufzubauen und setzen uns dafür ein, dass dieses auch in Würzburg umgesetzt wird. Gleichzeitig ist es wichtig, dass Barrierefreiheit und Nutzbarkeit auch für alle Personen mitgedacht werden.
Autoverkehr
Wir wollen Mobilität so gestalten, dass sich durch den Ausbau des ÖPNV, bessere Radwege und bequeme Fußwege immer mehr Menschen dazu entscheiden, das Auto stehenzulassen oder ganz darauf zu verzichten. Auch wenn wir den Umstieg auf unterstützen wollen, sind damit längst nicht alle Probleme gelöst, die durch die jahrzehntelange Bevorzugung des Autoverkehrs entstanden sind: Unfallgefahr, Flächenverbrauch, Staus, Feinstaubbelastung, Ausschluss von Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen kein Auto fahren können oder wollen (zu jung, zu alt, kein Führerschein, zu teuer). Trotzdem wird auch in Zukunft für viele Menschen in vielen Situationen das Auto das Verkehrsmittel der Wahl sein. Es gilt, den dafür zur Verfügung stehenden Raum gerecht zu verteilen und die Verkehrssicherheit in den Mittelpunkt zu stellen.
In der Innenstadt wollen wir Parkplätze von der Oberfläche in Tiefgaragen verlagern. Mit dem parteiübergreifenden „Bündnis Besser Leben im Bischofshut“ wollten wir die Erreichbarkeit der Innenstadt mit allen Verkehrsmitteln sichern, jedoch den Parksuchverkehr reduzieren und Flächen zum Aufenthalt und zur Begrünung zurückgewinnen, insbesondere am Paradeplatz. Auch wenn wir das in dieser Wahlperiode - trotz der Neueröffnung des erheblich vergrößerten Parkhauses am Hauptbahnhof - noch nicht umsetzen konnten, verfolgen wir dieses wichtige Ziel weiter. Soweit Oberflächenparkplätze in der Innenstadt fortbestehen, sollten diese bevorzugt für die Gruppen zur Verfügung gestellt werden, die darauf angewiesen sind: Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, Anwohner*innen, Taxis, Anlieferungsverkehr, Handwerker*innen und Pflegedienste. Durch die Gestaltung der Parktarife sollen weitere Anreize geschaffen werden, lieber Tiefgaragen als Oberflächenparkplätze anzusteuern und den ÖPNV als Alternative zu wählen. Das knappe Gut Parkplätze ist in Abhängigkeit zur Nähe zur Innenstadt zu bepreisen. In diesem Sinne ist ein kostenfreier Parkplatz Talavera in unmittelbarer Innenstadtnähe nicht mehr zeitgemäß. Wir konnten jedoch eine deutliche Mehrheit der Würzburger*innen hiervon im Bürgerentscheid im Jahr 2022 nicht überzeugen. Guter Würzburger Tradition folgend, erkennen wir dieses Ergebnis über die formell geltende einjährige Bindungsfrist hinaus an und erklären, dass wir in der kommenden Wahlperiode keine Parkgebühren auf der Talavera einführen werden.
- Park&Ride ist dann eine gute Idee, wenn es Menschen dazu veranlasst, möglichst weit entfernt von der Stadtmitte auf den öffentlichen Nahverkehr umzusteigen. Wenn ein Park&Ride-Platz hingegen Menschen mit dem Auto bis dicht in die Stadt zieht, die bisher den gesamten Weg mit dem ÖPNV zurückgelegt haben, verfehlt er seinen Zweck. Erfahrungen in anderen Städten zeigen: P&R-Plätze werden insbesondere dann gut angenommen, wenn sie gut mit einem schnellen und zuverlässigen ÖPNV erschlossen sind. Neben kleineren P&R-Plätzen an den Straßenbahn-Endstationen in der Zellerau und künftig in Grombühl und am Hubland ist deshalb insbesondere an die Bahnhaltepunkte im Umland und an Randersacker mit einer Schnellbuslinie zu denken. Entsprechende Gespräche mit den Landkreisgemeinden sind zielgerichtet zu führen.
- Im Interesse der Verkehrssicherheit ist der Verkehr insbesondere in den Wohnquartieren zu entschleunigen. Kreuzungen müssen sicherer gestalten werden - sie müssen für alle Verkehrsteilnehmer*innen gut einsehbar sein und dürfen nicht zugeparkt werden. Einbahnstraßen können eine Lösung sein, parkende Autos vom Bürgersteig zu bringen, ohne in Vierteln wie Grombühl eine große Anzahl von Parkplätzen aufzugeben. Wir halten daran fest, dass Tempo 30 die Richtgeschwindigkeit in der Stadt sein sollte. Weitere Verkehrsberuhigungen sind durch verkehrsberuhigte Geschäftsbereiche (Tempo-20-Zone) und Spielstraßen möglich.
- Die Stadt steht vor der Aufgabe, in der nächsten Wahlperiode einen neuen Verkehrsentwicklungsplan (Fachbegriff: Sustainable Urban Mobility Plan, SUMP) aufzustellen. Wesentliches Ziel ist aus unserer Sicht, Durchgangsverkehr aus der Stadt herauszuhalten. Für große neue Straßenbauprojekte wie eine Auffahrt zwischen Nürnberger Straße und B19 nach Schweinfurt (sog. „Greinberg-Rampe“) sehen wir dabei keinen Raum, zumal diese den Durchgangsverkehr über die Nordtangente oder auch den Zeller Bock verstärken könnte. Ein Herzensanliegen ist uns die Untersuchung, wie weit der Durchgangsverkehr auf dem Mainkai eingeschränkt werden kann. Perspektivisch unter Beibehaltung der Zufahrt zur Marktgarage und Wöhrlparkgarage setzen wir uns für eine Entwicklung und Umbau des Mainkais zu einer attraktiven Mainpromenade für Fußgänger*innen und Radfahrende ein.
Als Ergänzung im Mobilitätsmix gibt es das Angebot des Carsharings, welches neben dem ÖPNV und dem Radverkehr eine Säule zur Abdeckung der Mobilitätsbedürfnisse stellt. In Würzburg ist Carsharing schon gut etabliert und deswegen ist es unser Ziel, dass die Dichte von Stationen auch in den äußeren Stadtteilen wächst und im Rahmen der Barrierefreiheit die Mobilitätsstationen und Carsharing Fahrzeuge inklusiv gestaltet werden.
Radverkehr
Würzburg wird Fahrradstadt
Würzburg hat das Potenzial, eine echte Fahrradstadt zu werden - sicher, komfortabel und klimafreundlich. Damit alle Menschen, ob jung oder alt, gerne und sicher Rad fahren können, wollen wir den Radverkehr weiter konsequent stärken. Unser Ziel ist ein lückenloses, sicheres und gut ausgeschildertes Radwegenetz in der gesamten Stadt und den Stadtteilen.
Der erfolgreiche Radentscheid bildet dafür die Grundlage. Wir pochen auf seine Umsetzung und verankern seine Ziele dauerhaft in der Stadtplanung. Durch bauliche Trennungen bzw. separate Radspuren sollen Radler*innen geschützt werden. Auch die Ausweisung von Fahrradstraßen sowie reduzierte Höchstgeschwindigkeiten tragen dazu bei, den Anteil des Fahrradverkehrs zu erhöhen.
Unsere Kernforderungen:
- Sichere und breite Radwege mit Mindestbreiten nach Radentscheid entlang aller Hauptverkehrsstraßen und an wichtigen Verbindungen, baulich getrennt von Autoverkehr und Fußwegen. Die Breiten müssen auch ausreichend für Lastenräder und Kinderanhänger sein. Schutzstreifen (gestrichelte Linien) tragen nicht zu mehr Sicherheit bei und sind deshalb als allgemeine Führungsform abzulehnen. Wo eine bauliche Trennung oder separate Radspur nicht möglich ist, kommen Fahrradstraßen oder eine Temporeduktion in Betracht. Bei Radstreifen ist eine ausreichende Breite wichtig, damit sich Radfahrende jeden Alters und Könnens immer sicher fühlen. Bei der Radwegeplanung muss auch bedacht werden, dass aufgrund der immer größeren Verbreitung von E-Bikes, Lastenrädern und Fahrradanhängern schnell ein paar Stufen, Schwellen oder zu enge Kurven ein unüberwindbares Hindernis sind. An Radwegen sollen Bordsteine stets abgesenkt werden.
- Lückenschluss im Radwegenetz: Die vorrangige Schließung gefährlicher Lücken und Schaffung neuer, direkter Verbindungen, insbesondere zwischen Stadtteilen, Schulen, Hochschulen und dem Stadtzentrum ist für uns ein wichtiges Anliegen. Neben dem Ausbau der Infrastruktur setzen wir auf konkrete Projekte: Der beschlossene Umbau der Löwenbrücke muss zügig umgesetzt werden. In diesem Zusammenhang soll auch der baulich getrennte Radweg in der Saalgasse an den Zweirichtungsradweg auf der Löwenbrücke angeschlossen werden. Schwerpunkte stellen etwa die Rottendorfer Straße, die Erthalstraße und die Veitshöchheimer Straße dar. Wir verfolgen das Ziel die Verbindungen in den Landkreis für Pendler*innen und Alltagsradfahrende zu verbessern. Die Radachsen nach Höchberg (Leistenstraße), nach Veitshöchheim (Veitshöchheimer Straße), Gerbrunn (Hubland Nord Anschluss) und Reichenberg müssen schnell besser werden. In der Innenstadt sind attraktive Umfahrungen der Fußgängerzone notwendig, sodass Konflikte mit Fußgänger*innen reduziert werden.
- Aufwertung des Mainradwegs: Der Mainradweg ist einer der schönsten und beliebtesten Fernradwege Deutschlands. Um für Tourist*innen und Einheimischen die Nutzung des Mainradwegs noch attraktiver zu gestalten, setzen wir uns für eine hochwertige Gestaltung ein. Dies beinhaltet neben baulichen Ausbesserungen auch Servicestationen. Zusätzlich zu den vorhandenen Reparaturmöglichkeiten sollen Trinkwasserbrunnen in der Sanderau und in der Zellerau installiert werden. Infotafeln informieren Radtourist*innen über nahegelegene Attraktionen sowie Fahrradwerkstätten, E-Bike-Ladestationen und Einkehrgelegenheiten. Wir sind überzeugt: von einem attraktiven Mainradweg profitiert auch die städtische Wirtschaft unmittelbar.
- Sichere Schulwege: Kinder sollen selbstständig, sicher und angstfrei mit dem Rad zur Schule kommen können, durch durchgehende Radverbindungen, sichere Kreuzungen und übersichtliche Verkehrsführung. Wir wollen, dass Eltern ihre Kinder beruhigt aufs Rad steigen lassen können. Wenn Kinder selbstständig mobil sind, gewinnen sie nicht nur Bewegungsfreiheit, sondern auch Selbstvertrauen und unsere Stadt wird lebenswerter für alle Generationen.
- Mehr Fahrradstraßen und -zonen, in denen Radfahrende Vorrang genießen und sicher unterwegs sind.
- Sichere Kreuzungen und Einmündungen durch bessere Ampelschaltungen, klare Markierungen, bauliche Trennungen und Vorrang für den Radverkehr. Sog. „Bettelampeln“ lehnen wir ab, stattdessen setzen wir auf Signalanlagen, die Fahrräder über Sensoren erkennen und ihnen dann Grün geben. Kreuzungsbereiche und Überwege sollen so ausgebaut sein, dass auch für Lastenräder oder Fahrräder mit Kinderanhängern ausreichend Platz bleibt.
- Fahrradparken weiter ausbauen: Mehr sichere und wettergeschützte Abstellmöglichkeiten an Bahnhöfen, an Straßenbahnhaltestellen, an wichtigen Bushaltestellen, in der Innenstadt, an Schulen und Freizeiteinrichtungen. Wichtige Knotenpunkte sollten dabei auch Schließfächer und Radreparaturstationen vorsehen. Wichtig ist für uns eine zügige Umsetzung des beschlossenen Radparkens am Hauptbahnhof.
- Lastenräder und Leihradsysteme fördern: Wir fordern einen Ausbau der Verleihangebote für normale Räder und Lastenräder. Ein weiteres Ziel ist die Schaffung von Stellplätzen für größere Fahrräder.
- E-Bike-Ladestationen: Der Anteil an E-Bikes und Pedelecs nimmt kontinuierlich zu; insbesondere für Fahrradtourist*innen sind daher öffentliche Lademöglichkeiten unerlässlich.
- Radverkehrsplanung als zentrale Aufgabe: Wir fordern die Radverkehrsplanung in Würzburg konsequent an Klima- und Umweltzielen sowie den Menschen auszurichten.
Für uns ist klar: Wer das Fahrradfahren attraktiv macht, entlastet den Autoverkehr, verbessert die Luftqualität, schützt das Klima und steigert die Lebensqualität für alle Würzburger*innen. Mit einem mutigen Ausbau der Radinfrastruktur bringen wir die Mobilitätswende voran - für eine Stadt, in der nachhaltige Fortbewegung selbstverständlich ist.
Würzburg kann Fahrradstadt - wir machen den Weg frei!
Fußverkehr
Würzburg muss für Fußgänger*innen noch attraktiver werden. Sichere, attraktive Verkehrswege sind dazu Voraussetzung. Wir wollen, dass Fußgänger*innen im städtischen Verkehrsfluss gleichberechtigt mit Auto- und Radverkehr behandelt werden. Wartezeiten an Ampeln müssen kürzer werden und mit dem Autoverkehr ohne lästige „Bettelampeln“ gleichgeschaltet werden. Kinder und mobilitätseingeschränkte Menschen müssen ausreichend Zeit bekommen, sicher über Querungen zu gelangen.
An breiten stark frequentierten Kreuzungen sollten Mittelinseln ausreichend breit sein, um genügend Aufstellfläche zu bieten. Wo fußgängerfreundliche Neben- oder Parallelstrecken existieren, sollten sie mit einer deutlichen Beschilderung ausgewiesen werden.
„Wo weniger Auto gefahren wird, gehen die Menschen öfter zu Fuß“
Wir sind für ein gutes Miteinander in der Fußgängerzone mit besonderer Rücksicht auf die schwächeren Verkehrsteilnehmer*innen und geeigneten Maßnahmen, um Gefahrensituationen zu minimieren. Hier gilt das Gebot der gegenseitigen Rücksichtnahme. Die Übergänge in die Fußgängerzone sollen deutlich markiert werden, um Aufmerksamkeit zu erzeugen.
Der Fußverkehrsbeauftragte muss bei Planung und Bau von Verkehrsflächen miteinbezogen werden. Als Schnittstelle zwischen den Bürger*innen und der Verwaltung muss seine Position deutlicher in der Öffentlichkeit bewusst gemacht werden. Wir wollen mit ihm zusammen ein umfassendes Fußverkehrskonzept erarbeiten. Dabei muss Barrierefreiheit und inklusive Mobilität grundlegendes Ziel sein.
Unser Ziel: Eine Stadt, in der Mobilität ein verbindendes Element ist - sozial, ökologisch und für alle zugänglich.