SOZIALE TEILHABE

Würzburg ist eine lebendige, vielfältige Stadt, die von ihrem engagierten Miteinander lebt. Wir setzen uns dafür ein, dass alle Menschen hier gut und chancengerecht leben können - unabhängig von Alter, Herkunft, Geschlecht, sexueller Orientierung, Behinderung oder sozialem Hintergrund. Wir stehen für eine solidarische, inklusive und nachhaltige Stadtpolitik, die niemanden zurücklässt.

Gemeinsam machen wir Würzburg zu einem Zuhause für alle weltoffen und voller Möglichkeiten!

Kinder und Jugendliche Würzburgs Zukunft

Wir brauchen eine kinder- und jugendfreundliche Stadtentwicklung. Jugendliche und junge Erwachsene sollen Orte haben, um sich auszutauschen und am politischen Leben teilzunehmen. Kinder und Jugendliche sollen in Würzburg gut aufwachsen und sich wohlfühlen.

Dafür haben wir uns eingesetzt und setzen uns weiter ein:

  • Gegen Kinderarmut: Wir setzen uns dafür ein, dass kein Kind in Würzburg arm ist. Der städtische Nothilfefonds gegen Kinderarmut wurde bereits aufgestockt und wird weiter gestärkt.
  • Mitbestimmung fördern: Jugendliche sollen mehr mitreden können. Wir wollen ein Jugendparlament einführen, das Anträge an den Stadtrat stellen kann.
  • Jugendtreffs und Freizeitmöglichkeiten: Jugendliche brauchen Orte, an denen sie sich treffen und austauschen können, ohne dass es etwas kostet und bei jedem Wetter. Wir werden dafür sorgen, dass es mehr Jugendtreffs gibt und diese gut ausgestattet sind.
  • Schulhöfe und Schulsanierung: Schulgebäude müssen in einem guten Zustand sein, um einen kindergerechten Lernerfolg möglich zu machen. Wir haben bewirkt, dass noch zusätzliche Mittel für die Entsiegelung und Begrünung von Pausenhöfen und energetische Sanierung von Schulen bereitgestellt werden.
  • Bessere Spiel- und Freizeitangebote: Wir wollen mehr Spielplätze und Bolzplätze in allen Stadtteilen. Auch naturnahe Spielräume und inklusive Spielangebote sollen weiter ausgebaut werden.
  • Ferienfreizeiten und Angebote: Wir werden das Angebot an Ferienfreizeiten und Freizeitaktivitäten ausbauen. Alle Kinder und Jugendlichen sollen unabhängig vom Einkommen der Eltern die Möglichkeit haben, daran teilzunehmen. Die Angebote des Würzburger Sommerferienpass sollen noch erweitert werden.
  • Fahrradförderung und Verkehrssicherheit: Mit dem Projekt „Schoolbikers“ unterstützen wir Schüler*innen dabei, ihre Fähigkeiten im Radfahren zu verbessern. Zudem setzen wir uns für den Ausbau von Verkehrsübungsflächen auf Schulhöfen ein, damit Kinder das sichere Radfahren lernen.
  • Mit der Einrichtung eines Azubiwerks unterstützen wir junge Auszubildende dabei, selbständig zu werden. Analog zum Studierendenwerk soll diese Einrichtung bezahlbaren Wohnraum vermitteln und Beratungs- und Unterstützungsleistungen anbieten, z.B. bei Fragen rund um die Ausbildung.

Starke Unterstützung für alle Familien

Wir setzen uns in Würzburg für eine familienfreundliche Stadt ein, in der alle Familienformen Unterstützung und Wertschätzung erfahren. Von mehr Betreuungsplätzen über eine bessere Jugendsozialarbeit bis hin zu flexiblen Wohnkonzepten und gezielter Beratung. Unser Ziel ist es, Familien den Rücken zu stärken und ihnen ein gutes Leben in unserer Stadt zu ermöglichen.

Wir fordern daher:

  • Mehr Betreuungsplätze: Wir bringen den Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen voran, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern. In allen Stadtteilen braucht es Krippen und Kindergärten mit einer guten räumlichen, fachlichen und personellen Ausstattung. Um den gegenwärtigen Anforderungen und der Lebensrealität von Familien gerecht zu werden, wollen wir außerdem den konsequenten Ausbau der Ganztagsbetreuung. Die bisherige Anmeldung und Vergabe von Betreuungsplätzen wird von Eltern als intransparent und mühsam wahrgenommen. Hier werden wir uns für eine grundlegende Reform des Vergabesystems einsetzen.
  • Jugendsozialarbeit an Schulen: Wir haben die Mittel für Jugendsozialarbeit an Schulen erhöht, um dem gestiegenen Bedarf besser gerecht zu werden. Dies ist besonders wichtig, da die psychische Belastung von Kindern und Familien seit der Covid-Pandemie stark gestiegen ist.
  • Übergangsmanagement an Schulen: Wir unterstützen das Übergangsmanagement an Mittel- und Realschulen weiter, um Schüler*innen bei der Berufsorientierung und dem Übergang von der Schule in den Beruf zu helfen.
  • Erziehungsberatung: Wir haben die aufsuchende Erziehungsberatung gestärkt, um Familien in schwierigen Situationen zu unterstützen. Dies wollen wir weiter ausbauen, um den vielfältigen Herausforderungen gerecht zu werden.
  • Familien sind so vielfältig wie unsere Stadtgesellschaft. Deshalb setzen wir uns für eine Politik ein, die alle Familienmodelle gleichwertig anerkennt und unterstützt: Alleinerziehende, Patchworkfamilien, Regenbogenfamilien, Pflegefamilien, Mehrgenerationenhaushalte.
  • Unterstützung für Pflegefamilien: Familien, die bereit sind, kurz- oder langfristig Pflegekinder in ihrer Familie aufzunehmen, übernehmen eine wichtige Aufgabe. Denn die Unterbringung in einer Familie ist einer stationären Heimunterbringung vorzuziehen. Pflegeeltern springen dann ein, wenn für Kinder das Zusammenleben mit den leiblichen Eltern nicht (mehr) möglich ist. Um Pflegefamilien bei dieser wichtigen Aufgabe besser zu unterstützen, haben wir die Einführung einer kommunalen, elterngeldähnlichen Leistung erreicht. Denn zwar sind Pflegefamilien berechtigt, Elternzeit zu nehmen, allerdings bekommen sie dafür kein Elterngeld, was eine eklatante Ungleichbehandlung darstellt. Solange die Bundesregierung hier keine Abhilfe schafft, leisten wir als Kommune einen finanziellen Ausgleich.
  • Flexiblere Wohnraumkonzepte: Wir unterstützen Mehrgenerationenwohnen bzw. Wohnformen mit geteilten Gemeinschaftsräumen, z.B. durch die Bereitstellung von Grundstücken.
  • Ausbau von spezifischen Beratungs- und Unterstützungsangeboten: etwa für Herausforderungen in Patchwork-Konstellationen, Umgangsrecht, Mehrbelastung bei Alleinerziehenden oder der Verteilung von Care-Aufgaben.

Stadtleben im Alter

Die Stadt Würzburg hat einen wachsenden Anteil an Bewohner*innen von über 65 Jahren. Diese werden durch die aktive Senior*innenvertretung und den Senior*innenbeirat vertreten.

Wir Grüne setzen uns ein für:

  • eine Ausweitung der Beratungsangebote zur Wohnungsanpassung und anderen Unterstützungsangeboten, um noch mehr Menschen den Verbleib im eigenen Zuhause so lange wie gewünscht ermöglichen zu können.
  • Nahversorgungs- und Mobilitätsangebote in allen Stadtteilen sowie niedrigschwellige Quartiersarbeit, um die Bedarfe gerade auch älterer Menschen herauszufinden und abzudecken.
  • Innovative Wohnmodelle wie z.B. (Pflege-)WGs und generationenübergreifendes Wohnen - weg von komplexen Großeinrichtungen.

  • Erhalt und Aufstockung des Nothilfefonds Senior*innen für menschenwürdige Pflege im Alter

Viele Senior*innen sind bis ins hohe Alter fit. Auf der anderen Seite wächst der Anteil von Menschen, die aufgrund einer Erkrankung oder einer Behinderung pflegebedürftig sind. Auch in Würzburg wird der größte Anteil der Pflege von Angehörigen geleistet.

Wir fordern daher:

  • Ambulante und teilstationäre Angebote in Würzburg müssen nach Kräften erhalten und ausgebaut werden.
  • Die aufsuchende Senior*innenarbeit muss erhalten bleiben und ausgebaut werden, um möglichst vielen Menschen präventiv zur Seite zu stehen, um so Altersarmut und Pflegenotfällen entgegenwirken zu können.
  • Die Bürgerspitälschen Einrichtungen werden angehalten, dem „Werdenfelser Weg“ weiter zu folgen, also auf Fixierungen und freiheitsentziehende Maßnahmen zu verzichten.

Inklusion - nichts über uns ohne uns

Uns GRÜNEN ist bewusst, dass Inklusion mehr erfordert als den Abbau von Barrieren. Daher betrachten wir Arbeitsmarkt, Wohnungs-, Bildungs-, Kultur- und Gesundheitspolitik aus inklusiver Perspektive. Seit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) 2009 ist Deutschland völkerrechtlich verpflichtet, die Rechte von Menschen mit Behinderungen umzusetzen. Bund, Länder und Kommunen müssen die darin festgelegten Prinzipien gewährleisten und Menschen mit Behinderungen aktiv beteiligen - gemäß dem Leitsatz „Nichts über uns ohne uns“.

Auf Initiative der GRÜNEN Fraktion wurde 2014 ein interfraktioneller Antrag zur Umsetzung der UN-BRK in Würzburg eingebracht, der zur Erstellung eines „Kommunalen Aktionsplans“ führte. In einem beispielhaften Beteiligungsprozess entstand ein umfassender Plan mit 180 konkreten Maßnahmen. 2020 beantragten wir die Fortschreibung des Plans, um ihn an neue Entwicklungen anzupassen.

Die Stadt Würzburg muss auch künftig eine aktive Rolle in der Umsetzung der UN-BRK übernehmen und bei übergeordneten Zuständigkeiten deren Umsetzung einfordern und begleiten.

Insbesondere gilt es in den nächsten Jahren den Fokus zu legen auf:

  • Sicherstellung der Finanzierung der Stellen der Inklusionsbeauftragten sowie der Geschäftsführung des Behindertenbeirates; Angemessene Vergütung des kommunalen Behindertenbeauftragten.
  • Ausreichende Haushaltsmittel zur Umsetzung der Maßnahmen in Absprache mit dem Behindertenbeirat.
  • Herstellung von Barrierefreiheit in allen Lebensbereichen: dies beinhaltet den barrierefreien Ausbau von Straßenbahnhaltestellen, Zugang zu Gebäuden sowie weitere Infrastruktur wie öffentliche Toiletten genauso wie Spielplätze und Sport-, Freizeit- und Ferienangebote.
  • Stärkung von inklusiven Wohnprojekten sowie Förderung von barrierefreiem Wohnraum, insbesondere für Menschen mit niedrigem Einkommen.
  • Zusammenarbeit und Netzwerkarbeit mit Organisationen, die sich für gleichberechtigte Teilhabe und Teilgabe von Menschen mit Behinderungen einsetzen.
  • Sensibilisierung, um das Bewusstsein aller Menschen für Inklusion zu schärfen.
  • Inklusive Bildungsangebote im schulischen und außerschulischen Bereich.
  • Steigerung der Einstellungszahlen von Mitarbeitenden mit Schwerbehinderung bei der Stadt Würzburg und ihren Eigenbetrieben.

Teilhabe am kulturellen und gesellschaftlichen Leben ermöglichen: Inklusion muss vor, hinter und auf der Bühne Realität sein. Wir fordern, dass städtische Institutionen und institutionell geförderte Einrichtungen einen Inklusionsfahrplan entwickeln und die erarbeiteten „best practice“ Modelle miteinander teilen.

Der Einsatz von Gebärdensprachdolmetscher*innen oder Simultanübersetzungen in Textform sollen bei städtischen Veranstaltungen Standard sein. Vereine und Initiativen sollen Fördergelder erhalten, um diese Angebote zur Verfügung stellen zu können.

Wir wollen die Begleitung in Kitas und Kindergärten für Kinder mit Behinderung sicherstellen und in den Bildungseinrichtungen für eine barrierefreie Gestaltung des Lernumfeldes sorgen. Insbesondere die Übergänge zwischen Kita und Schule sowie Schule und Berufsleben müssen sorgsam begleitet werden, um dem Anspruch „kein Abschluss ohne Anschluss“ gerecht zu werden und die Separierung in Sondersystemen wie Werkstätten möglichst zu vermeiden.

Gleichstellung jetzt in allen Lebensbereichen

Geschlechtergerechtigkeit in der Kommune bedeutet, dass Menschen unabhängig von ihrem Geschlecht - ob weiblich, männlich, divers, nicht-binär - die gleichen Chancen und Möglichkeiten haben, ihre Lebensentwürfe frei zu gestalten. Geschlechtsbezogene Ungleichheiten durchziehen nahezu alle Lebensbereiche - von Einkommen und CareArbeit über politische Teilhabe bis hin zu Sicherheit im öffentlichen Raum. Deshalb muss Gleichstellungspolitik als Querschnittsaufgabe in allen kommunalen Handlungsfeldern mitgedacht und aktiv gestaltet werden.

Wir setzen uns ein für:

  • Vielfältige Repräsentation in Führungspositionen: Durch gezielte Maßnahmen sollen alle Geschlechter auf allen Leitungsebenen der Stadtverwaltung, Eigenbetriebe und städtischen Gremien sichtbar und vertreten sein.
  • Geschlechtersensible Kommunikation: Wir fördern eine inklusive, diskriminierungsfreie und bürger*innennahe Sprache in allen öffentlichen Publikationen und Verwaltungsprozessen.
  • Verbindliches Gender-Mainstreaming: Bei allen kommunalpolitischen Entscheidungen müssen die Auswirkungen auf unterschiedliche Geschlechter systematisch berücksichtigt werden – durch geschlechtergerechte Haushaltsplanung (Gender Budgeting), Beteiligungsformate oder Datenerhebungen.
  • Schutz vor Diskriminierung und Gewalt: Wir entwickeln und implementieren wirkungsvolle Strategien zur Prävention und Bekämpfung von sexualisierter Belästigung, Diskriminierung und Gewalt, sowohl in städtischen Einrichtungen als auch im öffentlichen Raum.
  • Gendergerechte Stadtplanung: Öffentliche Räume, Parks, Toiletten und Verkehrskonzepte sollten unter Einbeziehung geschlechterspezifischer Nutzungserfahrungen (z. B. Sicherheit, Mobilität mit Kindern, Barrierefreiheit) geplant werden.
  • Gerechte Aufteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit: Wir schaffen Rahmenbedingungen, die allen Mitarbeitenden der Stadtverwaltung eine bessere Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Pflege ermöglichen durch flexible Arbeitszeitmodelle, Elternzeitangebote und eine faire Verteilung von Care-Aufgaben.
  • Zugang zu gynäkologischer und reproduktiver Versorgung sicherstellen, auch für Menschen ohne festen Aufenthaltsstatus oder Krankenversicherung, z.B. durch Schaffung einer Clearingstelle und der Möglichkeit eines anonymen Krankenscheins.
  • Maßnahmen gegen Mehrfachdiskriminierung (z. B. rassifizierte queere Personen, behinderte Frauen, ältere trans Personen) in allen Gleichstellungsmaßnahmen berücksichtigen.
  • Sichtbarkeit schaffen: Straßen, Plätze und öffentliche Einrichtungen sollen künftig bevorzugt nach Frauen benannt werden, um historische Unsichtbarmachung abzubauen und Vorbilder zu stärken.

Unser Würzburg vielfältig, wehrhaft und solidarisch

Wir Grüne stehen konsequent für eine offene und vielfältige Gesellschaft. Antisemitismus, Rassismus, Sexismus, Queerfeindlichkeit und sonstige Formen von Diskriminierung haben in Würzburg keinen Platz.

Dafür setzen wir uns ein:

  • Zivilgesellschaftliche Initiativen, die sich gegen solche Ideologien einsetzen, müssen auch in Zukunft durch die Stadt unterstützt werden: Stadtverwaltung und Stadtrat sollen dabei als gute Vorbilder dienen und Stellung beziehen. Denn unsere liberale Demokratie steht von allen Seiten unter Beschuss und es liegt an jeder:jedem Einzelnen, unsere Gesellschaftsordnung gegen ihre Feind*innen zu verteidigen. Globale Konflikte haben unmittelbare Auswirkungen auf das Zusammenleben vor Ort; insbesondere in Zeiten von Bot-Fabriken und Fake News ist es umso wichtiger, menschenverachtende Ideologien als solche zu benennen und ihnen unsere Vorstellungen einer demokratischen Stadtgesellschaft entgegenzusetzen.

  • Rechte Hetze wird in Würzburg nicht toleriert. Aufmärsche von Neonazis und anderen Demokratiefeinden dürfen in unserer Stadt keinen Platz haben. Wir fordern die Stadt auf, ihnen mit allen verfügbaren Mitteln des Versammlungsrechts entgegenzutreten. Breiten, von der Zivilgesellschaft getragenen antifaschistischen Protest unterstützen wir ausdrücklich.
  • Den wachsenden Anstieg antisemitischer Straftaten in Würzburg sehen wir mit großer Sorge. Der verantwortungsvolle Umgang mit den nationalsozialistischen Menschheitsverbrechen bedeutet für uns, jegliche Formen von Antisemitismus entschieden zu bekämpfen. Organisationen und Initiativen aus dem Bereich der Erinnerungskultur sind dafür wichtige Partner*innen.
  • Betroffene von Diskriminierung und Gewalt brauchen vertrauensvolle, unabhängige Beratungsstellen vor Ort, die niedrigschwellig, kostenlos und anonym helfen: Die wichtige Arbeit der Antidiskriminierungsstelle des Würzburger Ombudsrats muss deshalb weiter unterstützt und gestärkt werden.
  • Der Einsatz für unsere Demokratie fängt bereits bei Kindern an: Wir begrüßen daher politische Bildungsprojekte an Schulen, in den Jugendzentren und Freizeiteinrichtungen, die altersgerecht über rechtsextreme Ideologien und Diskriminierung aufklären. Die Zusammenarbeit zwischen Kommune, öffentlichen Trägern und Zivilgesellschaft wollen wir ausbauen und dabei auch die Sicherheitsbehörden einbeziehen, damit Hasskriminalität besser erfasst und verfolgt wird.

Würzburg ist Zuhause – für alle, die hier leben

Würzburg ist eine weltoffene Stadt, die von Vielfalt geprägt ist. Menschen aus unterschiedlichsten Kulturen bereichern unser gesellschaftliches Leben. Wirtschaftszweige, in denen besonders großer Fachkräftemangel herrscht, wie Medizin und Pflege, Gastronomie, Landwirtschaft oder Handwerk, könnten ohne diese Menschen kaum mehr existieren.

Die Integration von Geflüchteten und Zugewanderten ist ein zentrales Anliegen von uns Würzburger GRÜNEN. Eine erfolgreiche Integration umfasst die Gleichstellung der Menschen in Rechten, Pflichten und Chancen. Die Unterstützung in der schulischen Bildung, beim Erwerb der Sprache, bei der Wohnungssuche, bei der Traumabewältigung und bei der Vermittlung von ehrenamtlichen Helfer*innen sei hier besonders hervorzuheben. Die Abschiebung integrierter Geflüchteter und die Abschiebung in unsichere Herkunftsländer lehnen wir ab.

Wir Würzburger GRÜNE setzen uns ein und begrüßen:

  • die bislang sehr gute Bearbeitung unseres Antrags „Digitales Onboarding für Fachkräfte aus dem Ausland“ und freuen uns auf die Weiterentwicklung dieses für unseren Standort so wichtigen Web-Portals.
  • die Einrichtung eines Dolmetscher-Pools, um einerseits Elterngespräche an Grund- und Mittelschulen möglich zu machen und andererseits, um das Klinikpersonal zu unterstützen und zu sensibilisieren hinsichtlich kultureller Besonderheiten.
  • die Einrichtung eines psychosozialen Zentrums nach dem Vorbild z.B. Stuttgart und Freiburg zur Unterstützung von psychisch gefährdeten Menschen. Hier soll eine niederschwellige Erstberatung stattfinden können und dann in enger Zusammenarbeit mit lokalen stationären und ambulanten Behandler*innen schnelle psychiatrische und psychotherapeutische Hilfe vermittelt werden.

  • eine gute finanzielle Ausstattung der Beratungsstelle für Wohnraumvermittlung „Fit for move“.
  • die Wiederbelebung von 1:1 Patenschaften durch das Aktivbüro.
  • die Vermittlung der Zugewanderten in Sportvereine, die freiwillige Feuerwehr oder andere Institutionen, die dazu geeignet sind, Einheimische und Zugewanderte in eine positive Gemeinschaft zu bringen.
  • die Stärkung der Zusammenarbeit mit Migrant*innenOrganisationen und deren Vertretung.
  • die Stärkung zugewanderter Frauen gegenüber religiös-kulturell bedingter Unterdrückung.
  • Maßnahmen zur frühzeitigen Erkennung von religiösem Fanatismus und die Vermittlung von Menschenrechten und Demokratieverständnis.

Wir Würzburger GRÜNE stehen für eine tolerante Gesellschaft, in der Vielfalt als Stärke wahrgenommen wird. Flucht, Migration und Integration sind Herausforderungen, die wir gemeinsam annehmen möchten. Lasst uns zusammen daran arbeiten, Würzburg zu einem Ort zu machen, an dem jeder Mensch die Chance hat sein Potenzial zu entfalten und aktiv an der Gemeinschaft teilzuhaben.

Sichtbar. Sicher. Stolz. Queer in Würzburg

Queeres Leben ist selbstverständlicher Teil unserer Stadtgesellschaft. Dennoch sind queere Menschen auch in Würzburg von Diskriminierung betroffen, etwa im Berufsalltag, in der Familie, an Schulen oder im öffentlichen Raum. Wir setzen uns dafür ein, Kampagnen für Offenheit und Akzeptanz zu fördern, Beratungsstrukturen auszubauen und die Sichtbarkeit der queeren Community zu stärken.

Dafür stehen wir:

  • Etablierte Institutionen und Strukturen wie das WuFZentrum, der Christopher Street Day und das Regenbogenbüro sollen dauerhaft ausreichend finanziert sein.
  • Fachkräfte in den Bereichen Erziehung, Bildung und Freizeit sollen die Möglichkeit haben, an Weiterbildungsmaßnahmen und Workshops teilzunehmen, um bzgl. sexueller und geschlechtlicher Vielfalt geschult zu werden.
  • Wir wollen sicherstellen, dass Schutz- und Beratungsangebote ausgebaut sowie verbessert werden: Queere Menschen sind einem stark erhöhten Risiko ausgesetzt, physische und psychische Gewalt zu erfahren, sowohl aus dem eigenen Bekanntenkreis als auch an öffentlichen Orten.
  • Ein besonderes Augenmerk legen wir auf den Schutz und die Unterstützung von trans Menschen, denn sie sind sowohl von außen als auch innerhalb der queeren Community verstärkter Diskriminierung ausgesetzt.
  • Die medizinische Versorgung von trans Menschen soll in Würzburg sichergestellt sein. Vor allem auch Minderjährige müssen adäquat unterstützt und begleitet werden

In der Öffentlichkeit und den Medien stehen vor allem junge queere Menschen im Vordergrund. Fakt ist allerdings, dass es queere Menschen schon immer gegeben hat und auch in Würzburg queere Bürger*innen jeglichen Alters leben und Teil unserer bunten Stadtgesellschaft sind. Deswegen wollen wir ebenfalls ein verstärktes Augenmerk auf queere Senior*innen legen, damit auch für sie ein würdevolles Leben im Alter garantiert ist.

Armutsbekämpfung niemand bleibt zurück

Wir dürfen uns nicht mit der Tatsache abfinden, dass auch in Würzburg viele Menschen von Armut betroffen sind. Wer arm ist, hat neben viel zu geringen finanziellen Ressourcen meist auch wenig Möglichkeit in Würde am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Dies betrifft in besonderem Maße Familien mit vielen Kindern, Alleinerziehende und ältere Menschen. Die Stadt muss Maßnahmen ergreifen, um Not zu lindern. Hierzu ist das bereits begonnene Sozialmonitoring eine gute Basis, um als Beobachtungsinstrument Informationen über soziale Herausforderungen z.B. in einzelnen Stadtteilen zu liefern. Durch dieses Instrument stehen Zahlen und Informationen zur Verfügung, um daraus direkt Maßnahmen ableiten zu können.

Deshalb setzen wir uns ein für:

  • einen regelmäßigen Dialog mit allen Wohlfahrtsverbänden, Einrichtungen und anderen Akteur*innen.
  • die Verstetigung des Sozialmonitoring sowie die Fortschreibung des Sozialberichtes mit Zusatz-Fokus auf das Thema „Armut“.
  • Ausbau und Stärkung der Familienstützpunkte und Quartiersmanager*innen in den Stadtteilen, um die Anliegen von Hilfesuchenden, insbesondere von Kindern und Jugendlichen, Familien sowie Senior*innen, in den Stadtteilen zu vertreten, Hilfeleistungen gezielt zu koordinieren und Akteur*innen zu vernetzen.
  • Einführung einer „Würzburg-Card“, um Menschen mit geringen finanziellen Möglichkeiten die gesellschaftliche Teilhabe zu erleichtern, z.B. für günstigere Eintrittskarten.
  • Beibehaltung und Ausweitung der Nothilfefonds bzw. der Unterstützung von Tafeln (Lebensmitteltafel, Kulturtafel, Tiertafel etc.).
  • Ausbau und Verstetigung der aufsuchenden Arbeit (Streetwork, aufsuchende Senior*innenarbeit etc.), insbesondere mit dem Schwerpunkt Prävention von Armutslagen.

Obdachlosigkeit Wohnen ist Menschenrecht

Die Kommune ist zuständig für die Unterbringung von Menschen, die ohne Obdach sind. In der Stadt Würzburg leben derzeit geschätzt über 600 Menschen ohne feste Wohnung. Die bestehenden Notunterkünfte sind überbelegt. Der angespannte Wohnungsmarkt macht es für Menschen mit wenigen Ressourcen auch in Würzburg fast unmöglich, eine bezahlbare Wohnung zu finden.

Bevor es zur Obdachlosigkeit kommt, sind gerade die Stellen in Würzburg wichtig, die präventiv helfen, wenn es schwierig wird. Häufig kann durch intensive Begleitung das Schlimmste verhindert werden.

Die GRÜNE Fraktion hat sich deshalb in der Vergangenheit für die verbesserte Ausstattung der Wohnungsnotfallhilfestellen eingesetzt. Trotzdem stehen wir vor großen Herausforderungen, menschenwürdigen und angemessenen Wohnraum anbieten zu können.

Unser Fokus in den nächsten Jahren liegt auf:

  • Ausbau und Erhalt der Stellen bei der Stadt Würzburg und der Christophorus-Gesellschaft zur Prävention von Wohnungs- und Obdachlosigkeit sowie der Unterstützung des Housing-First-Projekts „NOAH“.
  • Erstellung eines kommunalen Aktionsplanes zur Vermeidung von Obdachlosigkeit, um gezielte Maßnahmen zu bündeln, die soziale Infrastruktur zu stärken und frühzeitige Hilfen bereitzustellen. Ziel ist es, Wohnungsverluste möglichst zu verhindern, gefährdete Personen rechtzeitig zu identifizieren und passgenaue Unterstützungsangebote bereitzustellen - von Schuldnerberatung über Sozialbetreuung bis hin zu kurzfristigen Wohnlösungen.
  • Förderung psychosozialer Angebote für Menschen, die wohnungs- oder obdachlos sind, um Eskalation zu vermeiden.
  • Festschreibung von Leitlinien zur menschenrechtskonformen Gestaltung von Unterkünften für Menschen ohne Obdach in Würzburg, dabei Berücksichtigung von Barrierefreiheit.
  • Schaffung einer Einrichtung für Frauen, die obdachlos sind: Sie sind sehr häufig doppelt gefährdet und müssen im Moment oft gemeinsam mit Männern untergebracht werden da es zu wenige adäquate Übernachtungsmöglichkeiten nur für Frauen gibt.
  • Auf- und Ausbau von Unterkünften mit intensiver sozialpädagogischer Betreuung für junge Menschen, um die individuelle Entwicklung und Stabilisierung der betroffenen Jugendlichen zu fördern und auch langfristig zur sozialen Integration und Chancengleichheit beitragen zu können.
  • Entwicklung von neuen Angeboten wie Kältebus, Hitzeschutzräume und Tagesangebote in Kooperation mit der freien Wohlfahrtspflege. So kann sichergestellt werden, dass betroffene Personen in extremen Wetterlagen Schutz und Unterstützung finden.
  • Engere Zusammenarbeit mit den umliegenden Landkreisen, um gegenseitige „Zuweisung“ von Menschen von Kommune zu Kommune zu vermeiden.

Hilfe statt Verurteilung für eine solidarische Suchtpolitik

Suchterkrankungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen und zugleich zu den am stärksten stigmatisierten. Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen und ihre Angehörigen erleben Ablehnung, Vorurteile und strukturelle Ausgrenzung in der medizinischen Versorgung, am Wohnungs- oder Arbeitsmarkt und im gesellschaftlichen Alltag.

Obwohl Suchterkrankungen längst als chronische Erkrankungen anerkannt sind, hinkt die Versorgung dem tatsächlichen Bedarf hinterher, besonders in der bezirksfinanzierten Daseinsvorsorge. Hier braucht es endlich eine koordinierte Gesamtstrategie unter Einbeziehung von Kommune, Bezirk, Land und Bund.

Wir GRÜNE setzen uns auf allen Ebenen für eine Suchtpolitik ein, die auf Prävention, Schutz und Teilhabe setzt - statt auf Verdrängung und Schuldzuweisung.

Um suchtkranke Menschen angemessen zu versorgen und zu unterstützen, fordern wir:

  • Den dauerhaften Erhalt und die Stärkung des Kontaktcafés Würzburg als niedrigschwelligen Schutz- und Begegnungsort für Konsument*innen und Substituierte.
  • Eine bessere Unterstützung von Substitutionsärzt*innen sowie flächendeckenden Zugang zu substituierender Behandlung.
  • Den Aufbau von Pflege- und Wohnplätzen für substituierte Menschen, insbesondere für frühgealterte oder gesundheitlich beeinträchtigte Personen ab etwa Mitte 40.
  • Die Einrichtung eines geschützten Konsumraums, um gesundheitliche Risiken für Betroffene zu reduzieren und öffentliche Räume zu entlasten.
  • Zugängliche Wohn- und Schutzangebote für suchtkranke Frauen, insbesondere für gewaltbetroffene Frauen mit Kindern, die bisher in Frauenhäusern oft keinen Platz finden.
  • Den Ausbau von Angeboten für Kinder und Jugendliche aus suchtbelasteten Familien, um sie frühzeitig zu stärken und langfristige Belastungen zu vermeiden.
  • Erweiterte Streetwork-Angebote mit Fokus auf suchtkranke Erwachsene, auch über den Bereich der Wohnungslosigkeit hinaus.
  • Eine verlässliche Finanzierung von Präventionsprojekten wie „Mindzone“ oder „FRED“ für Frühkonsument*innen von Cannabis.

Wir wollen Suchthilfe nicht auf stoffgebundene Abhängigkeiten beschränken. Auch nicht-stoffgebundene Süchte wie Glücksspiel- oder Mediensucht verursachen Leid und erfordern spezifische Angebote:

  • Schulungs und Präventionsangebote zu Mediensucht für Kinder, Jugendliche und Fachkräfte, insbesondere an Schulen, Jugendzentren und Familienberatungen.
  • Sensibilisierung von Vereinen, Schulen und Betrieben für Risiken von Sportwetten und Online-Glücksspiel, insbesondere bei jungen Männern.
  • Vernetzung bestehender Suchthilfeakteure mit Trägern der Jugendhilfe, Bildung und Stadtplanung, um Suchtprävention in Würzburg ganzheitlich anzugehen.

Ehrenamt und Selbsthilfeengagement stärken

Umwelt- und Klimaschutz, soziale Initiativen, Kultur und Sport oder Nachbarschaftshilfe. Ohne Freiwillige gibt es keine solidarische und lebendige Stadt. Wir setzen uns dafür ein, die Rahmenbedingungen für Ehrenamtliche weiter zu verbessern, neue Anreize zu schaffen und ihre Arbeit sichtbarer zu machen.

Dafür stehen wir:

  • Soziales Ehrenamt vernetzen und unterstützen: Ob in der Flüchtlingshilfe, der Senior*innenbetreuung oder bei der Tafel - ehrenamtliche Arbeit ist unverzichtbar. Projekte wie „go along“ sind Vorbilder für gelebte Integration. Die Freiwilligenagentur Würzburg spielt hier eine Schlüsselrolle. Wir wollen ihre Vernetzungsarbeit ausbauen und Fortbildungen wie „Main-Held*in“ weiter fördern, um Freiwillige bestmöglich zu begleiten.
  • Mehr Wertschätzung und bessere Rahmenbedingungen: Die Ehrenamtskarte soll bekannter werden und mit zusätzlichen Vergünstigungen attraktiver gemacht werden. Gleichzeitig braucht es praktische Unterstützung von Versicherungsschutz bis zu Räumlichkeiten für Projekte. Die persönliche und digitale Plattform der Freiwilligenagentur Würzburg, die Freiwillige und Projekte in Würzburg zusammenbringen, wollen wir erhalten und weiter fördern.
  • Selbsthilfe - Wir sind nicht allein: Die Selbsthilfe ist ein zentraler Baustein für ein solidarisches Würzburg. Mit rund 280 Selbsthilfegruppen und -initiativen bietet die Stadt ein breites Netzwerk für Betroffene und Interessierte. Das Aktivbüro der Stadt Würzburg unterstützt dieses Engagement umfassend. Es begleitet neue Gruppen, berät bei Förderanträgen, stellt Räume zur Verfügung und hilft bei der Suche nach passenden Anschlüssen.
  • Umwelt- und Klimaschutz durch Ehrenamt fördern: Würzburg braucht engagierte Menschen, die sich für Natur, Klima und Nachhaltigkeit einsetzen. Wir unterstützen Initiativen und Vereine in Stadt und Landkreis, die sich für den Erhalt von Biodiversität, saubere Gewässer oder nachhaltige Stadtentwicklung stark machen. Nachhaltigkeitsinitiativen wie z.B. das Zukunftshaus, die Stadtgärtner, Angestöpselt und so viele mehr wollen wir bekannter machen und ausbauen.
  • Kultur und Sport: Vereine und kulturelle Initiativen leben vom Engagement Freiwilliger. Die Arbeit der vielfältigen und integrativen Sportvereine in Würzburg ist unersetzlich. Initiativen wie die Kulturtafel Würzburg ermöglicht bedürftigen Menschen den Zugang zu kulturellen Veranstaltungen. Wir setzen uns für eine verlässliche Förderung ein, die Hürden abbaut und die Anerkennung dieser Arbeit erhöht.
  • Ehrenamt und Selbsthilfe sind Herzenssache und verdienen unser aller Rückhalt. Mit einem starken Netzwerk, fairen Bedingungen und innovativen Ideen machen wir Würzburg zur Stadt, in der sich Engagement lohnt. Mit uns ist und bleibt Würzburg Vorbild in Bayern.