WIRTSCHAFTSSTANDORT WÜRZBURG

WIRTSCHAFTSSTANDORT WÜRZBURG

Wirtschaft und Arbeitsplätze ökologisch, innovativ und gerecht gestalten

Eine zukunftsfähige Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik für Würzburg bedeutet für uns Grüne: nachhaltiges Wachstum fördern, Ressourcen intelligent nutzen und faire Arbeitsbedingungen sichern. Unser Ziel ist es, Würzburg als attraktiven Wirtschaftsstandort zu stärken sozial, ökologisch und innovativ.

Wir Würzburger GRÜNE setzen uns ein für:

  • Gründungsfreundliches Würzburg: Innovation aus Hochschule und Stadtgesellschaft fördern: Würzburg verfügt mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen über hervorragende Voraussetzungen für innovative Gründungen. Wir wollen die Potenziale besser nutzen, indem wir Gründungsinitiativen und Start-ups gezielt fördern, mehr Sichtbarkeit schaffen und ein modernes Gründerzentrum mit niedrigschwelligen Beratungs- und Unterstützungsangeboten weiterentwickeln. Die enge Zusammenarbeit mit Hochschulen soll durch Schnittstellen in Stadt und Wirtschaftsförderung systematisch gestärkt werden
  • Gewerbeflächen effizient und sozialverträglich nutzen: Gewerbeflächen sind in Würzburg knapp. Deshalb fordern wir eine strategische Vergabe dieser Flächen nach transparenten und sozialen Kriterien: Neben ökologischer Nachhaltigkeit und Innovationskraft muss weiterhin das Verhältnis von genutzter Fläche zu geschaffenen Arbeitsplätzen berücksichtigt werden. Wir setzen uns dafür ein, vorhandene Flächenpotenziale besser zu identifizieren und wo möglich durch Nachverdichtung oder Umnutzung neue Flächen zu erschließen, ohne dabei den Flächenverbrauch unnötig zu steigern.
  • Genehmigungsverfahren beschleunigen, aber nicht auf Kosten von Umwelt und Beteiligung: Wir befürworten effizientere und digitale Verwaltungsprozesse, damit Unternehmen schneller Klarheit erhalten. Dabei bleibt für uns klar: Umwelt- und Sozialstandards sowie Bürgerbeteiligung dürfen nicht unter die Räder kommen. Ziel ist eine vorausschauende Planungskultur, die Rechtssicherheit mit Planungssicherheit für Verwaltung, Betriebe und Anwohner*innen verbindet.
  • Starke Innenstadt, starke Region: Tourismus, Handel und Kultur als Standortvorteil: Eine lebendige Innenstadt ist nicht nur für die Lebensqualität wichtig, sondern auch ein entscheidender Wirtschafts- und Standortfaktor. Durch gezielte Maßnahmen in Stadtmarketing, Tourismusförderung und kultureller Belebung auch in Zusammenarbeit mit „Würzburg macht Spaß“ wollen wir Handel, Gastronomie und Hotellerie ganzjährig stärken. Neben einer Innenstadt mit hoher Aufenthaltsqualität, die zum Verweilen und Einkaufen einlädt, schließt dies auch Strategien ein, um Gäste in schwachbesuchten Zeiten durch attraktive Veranstaltungsformate und gemeinsame Aktionen mit dem Einzelhandel in die Stadt zu holen.
  • Nachhaltige Wirtschaft fördern - lokal, innovativ, zukunftssicher: Eine zukunftsfähige Stadt braucht eine Wirtschaft, die ökologisch denkt, sozial handelt und lokal verankert ist. Wir GRÜNE setzen uns für eine Wirtschaftsförderung ein, die Gründungen, Handwerk, Kreativwirtschaft und nachhaltige Innovationen gezielt unterstützt. Statt kurzfristigem Wachstumsdenken folgen wir dem Prinzip der enkeltauglichen Ökonomie. Durch die Bereitstellung von Beratungsangeboten unterstützen wir Betriebe dabei, umweltfreundliche Technologien einzuführen und ressourcenschonend zu wirtschaften.

Unsere Ziele für eine faire, grüne Wirtschaftsstruktur in Würzburg:

  • Grüne Gründungen, Sozialunternehmen und Start-ups stärken, etwa durch günstige Räume, Beratung und Zugang zu Netzwerken.
  • Regionale Kreislaufwirtschaft fördern - von urbaner Landwirtschaft bis zu Reparaturzentren und SharingAngeboten. Wir setzen uns dafür ein, dass die Stadt Hemmnisse für deren Einführung abbaut, beispielsweise indem das persönliche Bürger*innenkonto für die Anmeldung genutzt werden kann.
  • Wirtschaft und Wissenschaft vernetzen, um nachhaltige Innovationen aus der Region in die Praxis zu bringen,

z.B. durch grüne Reallabore oder Pilotprojekte.

  • Gewerbeflächen klimaresilient und flächensparend entwickeln, mit Priorität auf Bestandserhalt und Sanierung statt Neuversiegelung.

Die anstehende digitale Transformation bietet großes Potenzial für Würzburg als Hochschulstandort mit verschiedenen Studiengängen der Informatik. Gegenüber anderen Gewerben können IT-Lösungen und dazugehörige Unternehmen sich deutlich schneller entwickeln und sind von Standortfaktoren wie Verkehrsinfrastruktur, Rohstoffen und Gewerbeflächenbedarf weitgehend unabhängig. Sie sind jedoch auf einen guten Zugang zu Fachkräften (Studienabgänger*innen) und einen attraktiven Standort angewiesen und bieten somit eine attraktive Zukunftsperspektive für Würzburgs wirtschaftliche Entwicklung.

Willkommenskultur

Eine gelebte Willkommenskultur macht Würzburg zu mehr als nur einem Wohn- oder Arbeitsort. Sie schafft ein Umfeld, in dem sich Menschen aus aller Welt schnell zu Hause fühlen können. Ob Studierende, Auszubildende, Fachkräfte, Zugezogene oder Geflüchtete: Offenheit, Hilfsbereitschaft und vielfältige Integrationsangebote stärken das soziale Miteinander und fördern den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Diese positive Grundhaltung ist ein wichtiger weicher Standortfaktor, der Würzburg nicht nur lebenswerter, sondern auch attraktiver für Unternehmen, Fachkräfte und Familien macht. Eine Stadt, die Vielfalt wertschätzt und aktiv unterstützt, investiert in ihre Zukunft.

Kinderbetreuung

Eine flächendeckende Kinderbetreuung ist einer der entscheidenden Standortfaktoren für Städte in der Zukunft in Zeiten des Fachkräftemangels. Sie ermöglicht Eltern eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder überhaupt erst eine Teilnahme am Arbeitsmarkt. Unternehmen profitieren, da gut ausgebaute Betreuungsangebote die

Attraktivität eines Standortes für Fachkräfte erhöhen und Ausfallzeiten reduzieren. Zudem fördert eine hochwertige Kinderbetreuung frühkindliche Bildung und Chancengleichheit, was langfristig der gesamten Gesellschaft zugutekommt (siehe Kapitel „Soziale Teilhabe“).

Multifunktionsarena: Nachhaltiger Standortfaktor für Würzburg

Die geplante Multifunktionsarena bietet große Chancen für Würzburgs wirtschaftliche und städtebauliche Entwicklung. Sie schafft Raum für Sport, Kultur und Veranstaltungen und zieht Besucher*innen aus der gesamten Region an. Davon profitieren Gastronomie, Einzelhandel, Hotellerie und die lokale Veranstaltungswirtschaft. Neue Arbeitsplätze entstehen sowohl im Betrieb der Arena als auch im städtischen Umfeld. Für die Universität werden weitaus größere internationale Kongresse möglich.

Besonders in besucherschwachen Zeiten kann die Arena gezielt Impulse setzen, um die Innenstadt und angrenzende Stadtteile zu beleben und die Auslastung lokaler Betriebe zu verbessern.

Für uns Grüne ist entscheidend, dass dieses Projekt ökologisch und sozial verträglich umgesetzt wird: mit energieeffizienter Bauweise, Nutzung erneuerbarer Energien und einer guten Anbindung an den ÖPNV, das Rad- und Fußwegenetz.

Nachhaltiger Tourismus der Zukunft

Würzburg ist eine attraktive Stadt für Kongress-, Freizeit-, Fahrrad- und Schiffstourismus. Um diese Stärken zu nutzen und Würzburg auch künftig als Reiseziel zu positionieren, wollen wir den Tourismus nachhaltig und zukunftsfähig gestalten. Das bedeutet für uns: den sanften Tourismus mit umweltfreundlichen Verkehrsmitteln in den Fokus zu rücken und gleichzeitig die Lebensqualität für alle Bewohner*innen zu stärken.

Nachhaltiger Tourismus gelingt, wenn der Schutz von Natur und Kultur mit den Interessen der Stadtgesellschaft zusammengedacht wird. Durch die Unterstützung kultureller Veranstaltungen und die Pflege unseres historischen Erbes erhöhen wir die Anziehungskraft Würzburgs.

Ein zentraler Baustein ist die Förderung umweltfreundlicher Mobilität im Tourismus. Veranstaltungsorte und Hotels sollen problemlos und ökologisch erreichbar sein über den Nah- und Fernverkehr sowie durch attraktive P&R-Angebote. Digitale Lösungen sollen dabei helfen, insbesondere den Autoverkehr gezielter in Parkhäuser zu lenken. Gut sichtbare, leicht nutzbare und frustfreie digitale Angebote können den Parksuchverkehr deutlich reduzieren. Bei Großveranstaltungen wollen wir Kombi-Tickets aus Eintrittskarte und ÖPNV-Fahrschein anbieten.

Eine lebendige Innenstadt bleibt das Herzstück des touristischen Erlebnisses. Wir setzen uns für eine gezielte Unterstützung der lokalen Gastronomie und Hotellerie ein und für die Umverteilung von Verkehrsflächen zugunsten von Aufenthaltsqualität, Grün und lebendiger Nahversorgung. Lokale Geschäfte und Betriebe sollen durch ein modernes Stadtmarketing sichtbarer werden und so konkurrenzfähig zum Online-Handel bleiben. Wir unterstützen außerdem den ökologischen und barrierefreien Umbau von Hotels, etwa durch den Ausbau von Beratungsangeboten zur nachhaltigen Betriebsführung.

Tourismus ganzjährig denken: Impulse für schwachbesuchte Zeiten

Um die touristische Infrastruktur nachhaltig auszulasten und lokale Betriebe zu stärken, setzen wir uns dafür ein, gezielt Anreize für Reisen in schwächer frequentierten Zeiten zu schaffen. Durch saisonunabhängige Veranstaltungsformate, Kooperationen mit dem Einzelhandel und kulturelle Angebote auch außerhalb der klassischen Hochsaison können neue Zielgruppen gewonnen und die Innenstadt belebt werden. In Zusammenarbeit mit Akteuren wie „Würzburg macht Spaß“ und der städtischen Tourismusförderung sollen spezifische Aktionswochen, thematische Märkte oder buchbare Erlebnisangebote entwickelt werden, die Besucher*innen auch im Frühling, Herbst und Winter nach Würzburg ziehen.

Würzburg zur Fahrradregion machen - Radtourismus stärken

Würzburg hat das Potenzial, sich als attraktiver Ausgangspunkt für den Radtourismus in der Region zu positionieren. Um dieses Potenzial zu nutzen, setzen wir GRÜNE uns für eine durchgängige, gut sichtbare Beschilderung der Radwege ein, die sichere und komfortable Routen für Radtourist*innen wie auch Alltagsradler*innen gewährleistet. Ein sichtbarer und informativer Fahrradstadtplan mit Hinweisen zu Servicepunkten, Sehenswürdigkeiten, Unterkünften und Anschlussrouten stärkt die Orientierung und die touristische Attraktivität. Zentral ist dabei der Ausbau des Mainradwegs als Hauptschlagader des Würzburger Radtourismus. Wir fordern den Lückenschluss und eine durchgängige, hochwertige Radverbindung am Mainkai. Mehr

Aufenthaltsqualität und Sicherheit entlang dieser Strecke machen Würzburg für Gäste und Einheimische gleichermaßen lebenswerter.

Flusskreuzschifffahrt

Die Flusskreuzschifffahrt bringt touristische Impulse für Würzburg, verursacht aber auch hohe Emissionen. Wir sprechen uns deshalb für klare ökologische Standards an den Anlegestellen ein, wie eine verpflichtende Landstromversorgung, Abgasfilter und Lärmmanagement. Zudem wollen wir über ein transparentes, umweltbasiertes System für Anlegegebühren nachdenken, getreu dem Motto: Wer umweltfreundlich anlegt, zahlt weniger.

Weinbau

Der Weinbau ist ein zentraler Bestandteil der Würzburger kulturellen Identität. Damit das auch in Zukunft so bleibt, halten wir GRÜNE eine ökologische, ressourcenschonende und pestizidarme Bewirtschaftung der Weinberge, die Biodiversität, Artenschutz und einen verantwortungsvollen Umgang mit Wasser fördert, für unverzichtbar.

Aktuell werden die ökologischen und sozialen Leistungen des Weinbaus kaum honoriert. Kleine Betriebe geraten unter wirtschaftlichen Druck, was zu Flächenaufgabe oder naturschädlicher Billigproduktion führt. Dabei liegt im Wandel auch eine Chance: Weniger rentable Flächen können für Biodiversitätsprojekte genutzt werden, während nachhaltig bewirtschaftete Weinberge neue Marktchancen eröffnen.

Wir unterstützen Maßnahmen, die Aufenthaltsqualität in den Weinbergen erhöhen und diese wertvollen Kulturlandschaften für alle erlebbar machen. Dazu gehören naturnah gestaltete Rastplätze, schattenspendende Sitzgelegenheiten, Informationstafeln zu Natur, Weinbau und Geschichte sowie gut ausgeschilderte Wander- und Radwege.

Wir befürworten eine ganzheitliche, zertifizierte Nachhaltigkeit im Weinbau, die über Bio-Siegel hinausgeht und auch Wasserhaushalt, Bodenfruchtbarkeit, Landschaftspflege und soziale Aspekte mitdenkt. Ziel ist eine zukunftsfähige, kleinstrukturierte Landwirtschaft, die regionale Wertschöpfung stärkt, Kreislaufwirtschaft fördert und langfristig unsere natürlichen Ressourcen schützt.

Innovation und Wirtschaft

Würzburg hat das Potenzial, als einer der führenden Innovationsstandorte in Bayern weiterzuwachsen und wir wollen die richtigen politischen Weichen dafür stellen.

Als Hochschul- und Wissenschaftsstadt mit exzellenten Bildungs- und Forschungsstrukturen bietet Würzburg ideale Voraussetzungen, um Wissen in Lösungen und kreative Ideen in wirtschaftliche Stärke zu verwandeln. Die enge Zusammenarbeit mit Universität, Hochschulen und außeruniversitären Einrichtungen ist dabei ein zentraler Hebel für Wissensaustausch, Technologietransfer und gesellschaftlichen Fortschritt. Wir wollen diese Netzwerke weiter stärken, Innovationspartnerschaften strategisch ausbauen und gezielt Rahmenbedingungen schaffen, die Würzburg zu einem Magneten für kluge Köpfe, Gründer*innen und zukunftsorientierte Unternehmen machen.

Als Hochschulstandort mit vielfältigen Studiums- und Ausbildungsangeboten bietet Würzburg ein hervorragendes Ökosystem für Unternehmensgründungen. Wir setzen uns für mehr Veranstaltungen zur Netzwerkbildung ein, die diese Ressourcen nutzbar machen und Know-How-Träger zusammenbringen.

Mit einer gezielten Start-Up-Förderung soll weiterhin der Wissenstransfer von den Hochschulen und Forschungseinrichtungen in die Wirtschaft besser genutzt werden, um junge Menschen nach der Ausbildung in unserer Stadt zu halten. Gleichzeitig sollen durch eine ausgeprägte StartUp-Kultur Gewerbesteuereinnahmen gesteigert werden. An dieser Stelle möchten wir besonders nachhaltige Unternehmen und solche, die in der Region für die Region produzieren, unterstützen. Wir wollen die Einrichtung eines Gründungsfonds zur Förderung innovativer und nachhaltiger Geschäftsmodelle in Kooperation mit der Universität, der Hochschule und regionalen Unternehmen evaluieren.

Um das innovative Potenzial unserer Stadt nachhaltig zu entfalten, braucht es starke Strukturen für Unternehmensgründungen. Wir setzen uns deshalb für eine gezielte kommunale Gründungsstrategie ein, die bestehende Initiativen wie das Innovations- und Gründerzentrum (IGZ), Technologie- und Gründerzentrum (TGZ) und das ZDI Mainfranken weiter stärkt und neue Impulse ermöglicht. Gründerzentren sollen in den kommenden Jahren nicht nur Orte für Infrastruktur und Beratung sein, sondern zu lebendigen Reallaboren für Zukunftsthemen wie Künstliche Intelligenz, Kreislaufwirtschaft, Raumfahrt, Robotik, soziale Innovation oder nachhaltige Mobilität ausgebaut werden.

Darüber hinaus wollen wir Gründungsökosysteme sichtbarer und zugänglicher machen und wollen in Zusammenarbeit mit den Gründerzentren folgendes weiterentwickeln:

  • den Ausbau niedrigschwelliger Beratungsangebote, um im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten für die Stadt die Gründung eines Unternehmens zu erleichtern
  • die Vernetzung der Onlineplattformen und Angebote für Gründungen und
  • eine Erweiterung des Wirtschaftsbeirates mit dem Fokus auf Start-ups und Gründung.

Würzburg hat das Potenzial, als Gründer*innenstadt in ganz Deutschland erkannt zu werden. Wir wollen dieses Potenzial politisch freisetzen.

Digitalisierung

Fortschritt für alle - ökologisch, sozial und transparent

Digitalisierung ist für uns kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug für mehr Teilhabe, Bürgerbeteiligung, Nachhaltigkeit und Lebensqualität in unserer Stadt. Wir GRÜNE wollen Würzburg zu einer zukunftsfähigen, vernetzten und bürger*innennahen Kommune entwickeln.

Unsere Vision: Die smarte, nachhaltige Stadt von morgen

Wir setzen auf eine Digitalisierung, die:

  • Verwaltungsprozesse vereinfacht und bürger*innenfreundlich gestaltet.
  • Mobilität, Energie und Stadtplanung intelligent vernetzt.
  • digitale Teilhabe für alle möglich macht.
  • Transparenz und Beteiligung stärkt.
  • Bedürfnisse der Bürger*innen adressiert.

Gleichzeitig wollen wir Angebote für Menschen vorhalten, sodass weiterhin ein analoger Zugang zu Dienstleistungen möglich bleibt, wenn sie dies wünschen. Der Kontakt im Bürgerbüro sowie die Erreichbarkeit via Telefon und Post sollen die Vorzüge einer beschleunigten digitalen Bearbeitung der Anliegen mit den bekannten Kommunikationskanälen kombinieren.

Unsere Ziele für Würzburg 2026-2032:

Eine moderne, bürger*innennahe Verwaltung:

  • Für eine erfolgreiche Digitalisierung ist die Zugänglichkeit und Sichtbarkeit der Informations- und Dienstleistungsangebote entscheidend.
  • Mit dem Ausbau und der Verbesserung der Assistenzsysteme, ob verbesserte Suchfunktion oder Wuebot, dem Chatbot der Stadt Würzburg, soll die Informationsbeschaffung und Navigation der Angebote erleichtert werden.
  • Alle Verwaltungsleistungen digital und barrierefrei zugänglich machen.
  • Serviceportal mit persönlichem Bürger*innenkonto ausbauen, inklusive sicherem Dokumentenzugang, Terminbuchung und Online-Bezahlung.
  • Digitale Aktenführung, automatisierte Abläufe und mobile Arbeitsplätze für eine effizientere, klimafreundliche Verwaltung.
  • Datenschutz und IT-Sicherheit als Grundpfeiler jeder digitalen Lösung.

Digitale Infrastruktur und Smart City ausbauen:

Digitale Angebote, wie beispielsweise das digitale Parkleitsystem, reichen in den öffentlichen Raum hinein, brauchen aber auch Sichtbarkeit, um ihre volle Wirkung entfalten zu können. Wir setzen uns daher dafür ein, dass digitale Services und Informationsangebote an relevanten Stellen beworben werden und z.B. über Hinweisschilder mit Shortlinks oder QR-Codes zugänglich gemacht werden.

Dabei setzen wir uns ein für:

  • Flächendeckenden Ausbau von Breitband-Internet und einer digitalen Infrastruktur, die allen Bürger*innen und Unternehmen zugutekommt.
  • Öffentliches WLAN an zentralen Plätzen, in Stadtteilen und im ÖPNV weiter ausbauen.
  • Sensoren zur Verkehrslenkung, Luftreinhaltung und Müllvermeidung einsetzen.
  • Klimafreundliche Technologien und Smart-City-Projekte gezielt fördern, z.B. intelligente Straßenbeleuchtung, urbane Logistik oder CO₂-Monitoring.
  • Einrichten einer zentralen Meldestelle für Anliegen im öffentlichen Raum, wie beispielsweise Müll, Beschädigungen oder Gefahren im Straßenverkehr.
  • Ein integriertes, digitales Verkehrsleitsystem, das verschiedene Verkehrsträger verknüpft, um die beste, schnellste, günstigste oder komfortabelste Reise zu empfehlen und gleichzeitig Ressourcen schont und Konflikte der Verkehrsträger reduziert.
  • Bei der Beschaffung aller Softwarelösungen sollen offene Standards und APIs Bestandteil des Leistungskatalogs werden, sodass eine Vernetzung der Systeme möglich ist, Insellösungen nach und nach ersetzt werden und eine Migration zu neuen Systemen vereinfacht wird.

Digitale Bildung und Teilhabe stärken:

  • Schulen und Kitas mit moderner digitaler Infrastruktur ausstatten, inklusive Wartung und IT-Support.
  • Offene Bildungsangebote in Stadtteilzentren und Bibliotheken fördern.
  • Digitalisierung für alle erlebbar machen durch Labs, Maker Spaces und Beteiligungsplattformen. Quartier-Repair-Cafes und 3D-Druck-Labore sollen unter anderem über das persönliche Bürger*innenkonto zugänglich gemacht werden.

Verwaltung mitgestalten:

  • Wir fordern, dass weiterhin alle Ausschuss- und Stadtratssitzungen live im Internet übertragen werden
  • Nutzer*innenfreundlichere Gestaltung des Bürgerinformationssystems.
  • Digitale Bürger*innenbeteiligung ausbauen und Umfragen, Ideenwettbewerbe und Bürger*innenräte auch hybrid durchführen.
  • Digitale Meldestelle für Anliegen und Ideen von Bürger*innen.
  • Offene Daten (Open Data) bereitstellen, um Innovationen in Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Start-ups zu ermöglichen.
  • Stadtentwicklung und Digitalisierung zusammen denken.

Wir GRÜNE wollen eine digitale Stadt, in der Technologie dem Menschen dient und nicht umgekehrt. Gemeinsam mit Bürger*innen, Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft gestalten wir eine digitale Transformation, die ökologisch, sozial gerecht und demokratisch ist.

Der städtische Haushalt

Die Stadt Würzburg darf zur Finanzierung ihrer Ausgaben neue Kredite nur mit Genehmigung durch die Regierung von Unterfranken als Aufsichtsbehörde aufnehmen - in der Regel für Zukunftsinvestitionen mit einem nachvollziehbaren Rückzahlungsplan. In der aktuellen Wahlperiode hat die Grüne Stadtratsfraktion sich dafür eingesetzt, die Stadt und den Zusammenhalt der Gesellschaft unter anderem durch die Sicherung und Förderung von sozialen sowie kulturellen Projekten und Initiativen zu stärken. Preis dafür ist, dass die städtischen Rücklagen nunmehr abgeschmolzen sind. Die Stadt steht vor wichtigen Zukunftsaufgaben im Klimaschutz. Dazu gehören der Ausbau der Straßenbahnlinien zur Universitätsklinik Grombühl und ins Hubland, die Wärmewende mit einer klimaneutralen Fernwärmeversorgung, die Sanierung städtischer Gebäude sowie der Bau der Multifunktionsarena zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts.

Für eine Vielzahl von Investitionen lässt sich begründen, dass ein Verzicht dauerhaft noch höhere Kosten und Schäden mit sich bringen würde. Trotzdem müssen die Investitionen finanziert werden können.

Würzburg steht mit dieser Herausforderung nicht allein, nahezu alle Kommunen haben das gleiche Problem. Kommunen müssen durch die Bundesregierung in die Lage versetzt werden, ihre Verpflichtungen aus internationalen Klimaschutzabkommen zu erfüllen, sei es durch großzügige Förderungen einzelner Projekte, einen höheren Anteil am Gesamtsteueraufkommen oder der Erlaubnis zur Kreditaufnahme für derartige Investitionen. Soweit die Investitionen von Tochtergesellschaften wie der Stadtwerke AG oder der Würzburger Straßenbahn GmbH getragen werden, gilt bereits jetzt, dass diese hierfür Kredite aufnehmen dürfen, wozu sie auch finanzielle Unterstützung der Stadt benötigen. Aber es müssen nicht die vollen Baukosten sogleich aus dem städtischen Haushalt getragen werden.

Eine attraktive zukunftsorientierte Stadt, die Menschen und Arbeitgeber*innen anzieht, wird auch eine wirtschaftlich erfolgreiche Stadt sein. Unser Ansatz: keine sozialen oder kulturellen Einschnitte durch Sparpolitik, sondern wachsende Steuereinnahmen durch eine dynamische Stadtentwicklung. Wir streben Erhöhungen der Steuersätze nicht an. Sofern aber Investitionen, die auch der örtlichen Wirtschaft zugutekommen, nicht anders finanziert werden können, sind sie auch kein Tabu für uns Grüne.

Die Stadt Würzburg: Moderne Arbeitgeberin und bürger*innennahe Dienstleisterin

Als eine der größten Arbeitgeberinnen der Region trägt die Stadt Würzburg besondere Verantwortung gegenüber ihren Mitarbeiter*innen und den Bürger*innen. Wir GRÜNE wollen, dass die Stadt diese Rolle zukunftsfähig, menschlich und mutig gestaltet mit fairen Arbeitsbedingungen, digitaler Verwaltung und einer offenen Willkommenskultur.

  • Verwaltung digital und nah: Digitale Prozesse sollen städtische Dienstleistungen einfacher und zugänglicher machen. Dabei bleiben persönliche Beratung und telefonische Erreichbarkeit wichtige Bestandteile eines modernen, bürgernahen Service.
  • Attraktive Arbeitsbedingungen schaffen: Um dem Fachkräftemangel zu begegnen, muss die Stadt attraktive Arbeitsplätze bieten. Wir setzen auf ein ganzheitliches Arbeitsumfeld mit flexiblen Arbeitszeiten, Homeoffice und Jobsharing, ergänzt durch ergonomisch gut ausgestatteten Arbeitsplätzen, wirksame Gesundheitsbenefits und Angebote zur Förderung der physischen und psychischen Gesundheit sowie einer respektvollen und unterstützenden Führungskultur. Unser Ziel ist es, Rahmenbedingungen zu schaffen, die nicht nur kurzfristig entlasten, sondern langfristig Gesundheit, Motivation und Zufriedenheit am Arbeitsplatz sichern.
  • Fachkräfte gewinnen und halten: wir setzen auf gezielte Aus- und Weiterbildung, moderne Arbeitsplätze und eine starke Arbeitgebermarke, die Vielfalt, Sicherheit und Entwicklungsperspektiven bietet.
  • Gleichstellung und Vielfalt fördern: Die Stadt soll Vorbild für eine chancengerechte Arbeitswelt sein - inklusiv, diskriminierungsfrei und offen für alle Lebensentwürfe.
  • Nachhaltigkeit im Arbeitsalltag: Jobtickets, Fahrradleasing und mehr digitale Meetings sind gut fürs Klima, schaffen Gestaltungsfreiraum und entlasten Beschäftigte.

Tochtergesellschaften und Eigenbetriebe

Wesentliche Teile des wirtschaftlichen Handelns der Stadt Würzburg sind in den Konzern der WVV (Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH) und seine Tochtergesellschaften ausgegliedert. Dies sind die Stadtwerke AG, die Trinkwasserversorgung Würzburg GmbH, die Würzburger Straßenbahn GmbH, die „Parkhausgesellschaft“ SVG und die Bäder GmbH. Daneben besteht die städtische Wohnungsbaugesellschaft Stadtbau Würzburg GmbH.

Uns ist wichtig, dass die Gesellschaften nicht der Gewinnmaximierung, sondern dem Wohl der Gesamtstadt verpflichtet bleiben. Die meisten Gesellschaften haben Aufsichtsräte, in denen die Stadtratsgruppierungen anteilig vertreten sind. Daher ist es nötig, dass wesentliche Entscheidungen dem Stadtrat vorbehalten bleiben.

Es geht um die Steuerung der städtischen Verkehrs- und Energiepolitik und der Wasserversorgung sowie um den Umgang mit städtischem Eigentum. Diese Entscheidungen sollten transparent und nachvollziehbar im Bürgerinteresse getroffen werden. Stadtrat und Öffentlichkeit müssen, soweit rechtlich möglich, über alle wichtigen Entscheidungen in Aufsichtsräten und Zweckverbänden informiert werden.