Kultur

Demokratie braucht Kultur, denn Kultur fördert den gesellschaftlichen Zusammenhalt, indem sie Menschen unterschiedlichster Hintergründe zusammenbringt. Kultur vermittelt Weltoffenheit und Vielfalt und ist somit essenzieller Bestandteil einer funktionierenden Gesellschaft.

Kultur meint verschiedene Formen gesellschaftlicher Ausdrucksweisen und umfasst neben der sog. „Hochkultur“ auch Populärkultur oder Subkulturen. Weil Kultur von Menschen gemacht wird, ist sie einem steten Wandel unterworfen - und wir schaffen die politischen Rahmenbedingungen für diese kulturelle Vielfalt und ihre Dynamik.

Teilhabe - Kultur für alle öffnen

Die Teilhabe an Kultur ist ein Menschenrecht. Damit wirklich alle Menschen in Würzburg teilhaben können, wollen wir gezielt Barrieren abbauen und bestehende Angebote ausbauen.

Deshalb fordern wir:

  • Unterstützung der KulturTafel Würzburg: Der Verein vermittelt kostenfreie Eintrittskarten an Menschen mit geringem Einkommen und stärkt damit gesellschaftliche Teilhabe. Mehr Ressourcen sollen helfen, das Angebot aufrechtzuerhalten und zu erweitern.
  • die Fortführung des Studierendentickets und Erweiterung um ein Azubi-Ticket.
  • Regelmäßige kostenfreie Angebote für junge Menschen und Familien, wie eintrittsfreie Tage, „Umsonst und Draußen“-Festival oder spezielle Familienaktionen, ermöglichen niedrigschwelligen Zugang zu Kultur.
  • Barrierefreiheit in allen städtischen Einrichtungen: Stufenfreie Zugänge, Rampen, Behinderten-WCs, Induktionsschleifen müssen Standard in allen Kulturstätten werden. Neue Fördermöglichkeiten sollen freie Träger bei Umbauten unterstützen.
  • Einsatz von Gebärdensprachdolmetscher*innen bei kulturellen Veranstaltungen.

Kulturräume und Spielstätten

Die Raumnot in Würzburg ist nicht allein auf Wohnraum begrenzt - auch die Kulturlandschaft leidet unter fehlenden Orten. Der drohende Wegfall der Posthalle wird dieses Problem weiter verschärfen.

Deshalb fordern wir:

  • Erhalt der Posthalle mit ihren vielfältigen Nutzungen bzw. im Falle der unabwendbaren Schließung: Einsatz für eine adäquate soziokulturelle Einrichtung an einem attraktiven, gut erreichbaren Standort.
  • Unterstützung bei der Suche nach bezahlbaren Räumen für Kulturprojekte, Ateliers, Proberäume, selbstverwaltete Initiativen. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Stadt und Kulturschaffenden soll ermöglichen, dass Räume multifunktional und von unterschiedlichen Gruppen genutzt werden können.
  • Zwischennutzung von leerstehenden Räumen für dezentrale Kulturangebote.
  • die kulturelle Nutzung von Flächen auf dem Faulenberg-Areal.
  • finanzielle Unterstützung für nachhaltige Umbaumaßnahmen.

Freie Kulturszene

Ohne die privaten bzw. freien Kulturträger wäre eine bunte Kulturszene gar nicht denkbar. Das Afrika Festival, das Stramu (Straßenmusikfestival) sowie das Umsonst und Draußen sind mit großer Reichweite zu Markenzeichen unserer Stadt geworden und dürfen nicht in Frage gestellt werden. Die freie Theaterszene offeriert ein breit gefächertes Programm in einem Ambiente, das für viele Menschen einen leichten Einstieg ins Kulturangebot bietet. Dasselbe gilt für die Kunst- und Musikszene. Der Dachverband der freien Kulturträger leistet wertvolle Arbeit und ist aus der freien Kulturszene nicht wegzudenken. Um deren Vielfalt auch in Zukunft sicherzustellen, setzen wir uns dafür ein, dass die institutionelle Förderung weiterhin jährlich ansteigt, um den parallel steigenden Ausgaben Rechnung zu tragen.

Wir haben uns bereits erfolgreich für die ersten Schritte in Richtung eines eigenen Literaturhauses in Würzburg eingesetzt. Dieses soll langfristig eigene Räumlichkeiten bekommen, um einen festen Ort für Gegenwartsliteratur in Würzburg zu etablieren.

Sub- und Soziokultur

Würzburgs kulturelle Vielfalt lebt auch von seinem breiten sub- und soziokulturellem Angebot. Wir setzen uns dafür ein, dieses zu erhalten und weiter auszubauen:

  • Erstellung eines Konzepts für ein soziokulturelles Zentrum, das Raum bietet für kulturelles, politisches und kreatives Engagement sowie Bildung in Eigenverantwortung.
  • Finanzielle Unterstützung abseits der institutionellen Förderung, z.B. durch Stipendien oder Förderprogramme.
  • Stärkung und Förderung der Würzburger Clubkultur und DJs, etwa durch die Fortführung der Livemusik-Prämie, durch Raumangebote und Unterstützung bei Genehmigungen.
  • Planungssicherheit und Unterstützung für selbstverwaltete Initiativen, wie die Miezekoze oder das Luftschloss.

Jugendkultur und Nachwuchsförderung

Für die Universitäts- und Ausbildungsstadt Würzburg ist Kultur für Jugendliche und junge Erwachsene besonders wichtig, weil sie mit dafür sorgt, dass Würzburg attraktiv ist und bleibt. Die Stadtteil- und Jugendzentren Würzburgs bieten Jugendlichen Räume, um sich und ihre Interessen zu entfalten. Sie werden auch für kulturelle Veranstaltungen genutzt, insbesondere das Jugendkulturhaus Café Cairo und der B-Hof. Zudem brauchen junge Künstler*innen Proberäume und Auftrittsgelegenheiten. Es fehlt jedoch weiterhin ein soziokulturelles Zentrum, wie es in vergleichbaren Städten in der Regel zu finden ist. Wir setzen uns dafür ein, den künstlerischen Nachwuchs in allen Sparten zu fördern. Der kostengünstige Zugang zu außerschulischem Musikunterricht ist dafür eine wichtige Säule, denn kulturelle Bildung darf nicht am Geldbeutel der Eltern scheitern. Zusätzlich können Stipendien und Preisgelder dazu beitragen, Kinder und Jugendliche gezielt zu fördern.

Erinnerungskultur

Eine aktive Auseinandersetzung unserer Stadt mit ihrer Vergangenheit ist wichtig, um auch in der Gegenwart die Demokratie und Menschenrechte vor Angriffen durch ihre Feinde zu verteidigen. Deshalb setzen wir uns ein für die langfristige weitere Unterstützung von erinnerungspolitischen Initiativen, etwa der Arbeitskreis Stolpersteine. Die bislang über 700 verlegten Stolpersteine sind ein wichtiges, dezentrales Mahnmal an die während der Shoa ermordeten Würzburger*innen. Der DenkOrt Deportationen am Hauptbahnhof sowie der Weg der Erinnerung sind wichtige Gedenkstätten. Um die Erforschung des jüdischen Lebens in Würzburg und ganz Unterfranken voranzubringen, unterstützen wir das Johanna-Stahl-Zentrum. Wir setzen uns dafür ein, dass diese Forschungseinrichtung auch in Zukunft personell und finanziell abgesichert ist. Wenig Aufmerksamkeit bekam bislang die Gruppe der Zwangsarbeiter*innen und Kriegsgefangenen. Wir fordern, dass die Realisierung eines Mahnmals für diese Personen zeitnah erfolgt. Die Aufarbeitung von Straßennamen, die nach Personen benannt wurden, die während der NS-Zeit die menschenverachtende Ideologie unterstützt oder bewusst von dieser profitiert haben, wurde in der letzten Legislaturperiode erfolgreich abgeschlossen. Sechs Straßen und ein Platz haben seither neue Namen, bei zwei Straßen verweist ein Schild auf die nicht eindeutige Haltung des Namensgebers. Dieser ausgiebige, von Historiker*innen begleitete Prozess ist wegweisend für einen verantwortungsvollen Umgang mit der eigenen Stadtgeschichte. Wir setzen uns dafür ein, dass auch Straßennamen aus weiteren historischen Zeiträumen überprüft werden, etwa Kolonialzeit oder die Zeit der sog. „Hexenverfolgungen“.

Bildende Kunst

Bildende Kunst - in all ihren zeitgenössischen Ausdrucksformen wie Malerei, Grafik, Bildhauerei, Installation, Fotografie oder digitaler Kunst - ist ein unverzichtbarer Teil einer offenen, vielfältigen und lebendigen Stadtgesellschaft. Sie schafft Räume für Reflexion, Irritation und neue Perspektiven. Das professionelle künstlerische Arbeiten von freischaffenden Künstler*innen bereichert Würzburg kulturell, gesellschaftlich und wirtschaftlich. Damit diese künstlerische Vielfalt erhalten bleibt und sich weiterentwickeln kann, braucht es verlässliche Rahmenbedingungen, geeignete Präsentationsmöglichkeiten und eine faire Vergütung.

Wir Würzburger GRÜNE fordern dazu:

  • regelmäßige Anpassung der städtischen Fördermittel für den Berufsverband Bildender Künstlerinnen und Künstler (BBK) an den tatsächlichen Bedarf und die Preisentwicklung.
  • die konsequente Umsetzung der Verpflichtung zu Kunst am Bau bei städtischen Bauvorhaben sowie die bevorzugte Einbeziehung lokaler Künstler*innen.
  • die Einführung eines Artist-in-Residence-Programms in Würzburg - nach dem Vorbild der Stadt Bamberg. Das Programm soll auch Künstler*innen aus unseren Partnerstädten offenstehen und den internationalen Austausch fördern.
  • die Wiederbelebung der Auftrags- und Wettbewerbskultur im Bereich der Bildenden Kunst durch städtische Ausschreibungen und gezielte Vergabe von künstlerischen Projekten.
  • die künstlerische Belebung öffentlicher Plätze, etwa durch temporäre Installationen, Skulpturen oder Interventionen am Platz vor dem Kulturspeicher oder anderen innerstädtischen Orten.
  • kulturelle Bildung mit Fokus auf Bildende Kunst von Anfang an - z. B. durch Projekte wie „Kinder treffen Künstler*innen“ an Grundschulen in Zusammenarbeit mit Kultur- und Schulamt.
  • die Beibehaltung und bedarfsgerechte Anpassung der Künstler*innen-Grundvergütung, um faire und verlässliche Arbeitsbedingungen für Bildende Künstler*innen sicherzustellen.
  • die Entwicklung eines digitalen Ausstellungskalenders sowie die Unterstützung von Formaten wie Offene Ateliers, Pop-up-Galerien oder kuratierte, auch inklusive Kunstrundgänge, um die Sichtbarkeit der freien Szene zu erhöhen.
  • eine stärkere ressortübergreifende Zusammenarbeit von Kulturreferat, Stadtplanung und Stadtmarketing zur Förderung von Bildender Kunst im öffentlichen Raum.

Freie Theater und Bühnen

Würzburg verfügt über eine lebendige freie Theaterszene mit zahlreichen engagierten Bühnen: dem Theater Ensemble, dem Theater Augenblick, dem Theater am Neunerplatz, dem Plastischen Theater Hobbit oder dem neuen Chambinzky Hafentheater, um nur einige zu nennen. Diese kulturelle Vielfalt entsteht nicht von selbst, sie braucht verlässliche Rahmenbedingungen, Raum für Entwicklung und eine faire öffentliche Förderung. Damit die freien Bühnen auch künftig ihre wichtige Rolle für Würzburgs Kulturleben erfüllen können, setzen wir uns für folgende Maßnahmen ein:

  • verlässliche Raum- und Mietverhältnisse: Freie Bühnen brauchen langfristige Planungssicherheit und bezahlbare Spielstätten.
  • ausreichende institutionelle Förderung für Produktion, Technik und Öffentlichkeitsarbeit. Nur so können künstlerische Qualität gesichert und faire Arbeitsbedingungen geschaffen werden.
  • einen städtischen Innovationsfonds für freie Theaterprojekte und inklusive Formate: Damit neue Ideen, gesellschaftlich relevante Stücke und vielfältige Perspektiven sichtbar werden.
  • verstärkte Kooperationen mit Schulen und Jugendzentren. Theaterpädagogik fördert Kreativität, Ausdruck und demokratisches Lernen.
  • eine stärkere Sichtbarkeit und Vernetzung der freien Bühnen. Ein gemeinsamer Auftritt schafft Reichweite, Austausch und neue Publikumskreise.

Das Mainfranken-Theater

Da das Mainfrankentheater eine der bedeutsamsten kulturellen Einrichtungen in Würzburg und der gesamten Region ist, haben wir GRÜNE die umfassende Sanierung von Beginn an aktiv unterstützt. Aktuell befindet sich das Theater in einem wichtigen Modernisierungsabschnitt: Seit Dezember 2023 ist das neue „Kleine Haus“ mit 330 Plätzen in Betrieb, außerdem eine Probebühne (125 Plätze). Das Ende der Sanierung des „Großen Hauses“ wird noch bis mindestens Ende 2029 andauern, aktuell wird ein genauerer Kosten- und Bauzeitenplan erarbeitet.

Mit dem Abschluss der Modernisierung wird das Mainfrankentheater zum Staatstheater erhoben und in seiner Funktion als Mehrspartenhaus mit Oper, Schauspiel, Ballett und Konzert weiter gestärkt. Die Erneuerung bringt nicht nur technisch dringend notwendige Verbesserungen (Barrierefreiheit, Brandschutz, moderne Bühnentechnik, Induktionsschleifen), sondern öffnet das Haus architektonisch und programmlich intensiver für die Stadtgesellschaft

Das Mainfrankentheater wird auch in Zukunft vor allem ein Ort für herausragende Bühnenkunst sein und zugleich zunehmend zu einem kulturellen „Dritten Ort“. Damit ist ein Raum gemeint, der neben Zuhause und Arbeitsplatz einen freien, öffentlichen Austausch ermöglicht. Ein Ort, an dem Menschen ohne Schwellenangst zusammenkommen, ins Gespräch kommen und Kultur erleben können.

Durch seine zentrale Lage, die Öffnung der Architektur und neue Nutzungsmöglichkeiten im und um das Haus entsteht ein einladender Raum, der auch außerhalb klassischer Vorstellungszeiten wirkt. So wird das Theater schrittweise zu einem lebendigen, zeitgemäßen Ort für Begegnung, Teilhabe und kulturelles Erleben.

Das Museum im Kulturspeicher

Das Museum im Kulturspeicher (MiK) ist längst mehr als ein einfacher Ausstellungsort für Kunst. Mit seiner Städtischen Kunstsammlung und der Sammlung „Peter C. Ruppert - Konkrete Kunst in Europa nach 1945“ bietet es ein stabiles Fundament. Ergänzt wird dieses Fundament durch wechselnde, inhaltlich anspruchsvolle und gesellschaftlich relevante Sonderausstellungen. Diese Vielfalt macht das Haus zu einem wichtigen Bestandteil der Würzburger Kulturlandschaft. Das Mik ist ein Ort mit Potenzial, sich noch stärker als offenes Forum für Austausch, Bildung und Teilhabe zu etablieren.

Bereits heute ist das Museum mit Formaten wie der Offenen Werkstatt, inklusiven Führungen und barrierefreiem Zugang ein Begegnungsort mit niedrigschwelligen Zugängen. Dazu zählen Tandem-Führungen in Leichter Sprache, Gebärdensprachführungen (DGS), Induktionsschleifen, eine App in Leichter Sprache, haptische Materialien, barrierefreie Zugänge sowie Angebote für Menschen mit Mobilitäts- oder Lernbeeinträchtigung. Das MiK ist außerdem Mitglied im Netzwerk „Museen inklusive“ und engagiert sich für eine Kultur, die allen offensteht. Diese Ansätze gilt es weiterzuentwickeln und langfristig zu sichern.

Wir GRÜNE setzen uns ein für:

  • Der Kulturspeicher muss als zentrales Ausstellungshaus der Stadt über einen ausreichend hohen Etat verfügen, um relevante und überregional wahrnehmbare Ausstellungen realisieren zu können. Zudem fordern wir einen Ankaufsetat, der es ermöglicht, zeitgenössische Kunst zu erwerben und die städtische Sammlung weiterzuentwickeln.
  • Den Erhalt und die Weiterentwicklung inklusiver Angebote.
  • Die langfristige Sicherung offener Vermittlungsformate, wie Werkstattnachmittage, Sonntagsöffnungen oder Gesprächsformate, ergänzt durch zielgruppenspezifische Programme z. B. für Senior*innen, Jugendliche oder Menschen mit Demenz.
  • Eine stärkere Aufenthaltsqualität im und um das Museum durch Begrünung und Möblierung des Vorplatzes, einen einladenden Foyerbereich und flexible Außenformate. Der Kulturspeicher soll nicht nur besucht, sondern auch genutzt und erlebt werden können.
  • Kooperationen mit Stadtgesellschaft und Bildungsakteuren, um das Museum als offenen Ort zu stärken durch partizipative Projekte mit Schulen, inklusiven Gruppen, Kulturvereinen oder Studierenden.
  • Mehr Sichtbarkeit im Stadtraum durch klare Wegeverbindungen vom Bahnhof, kreative Beschilderung und eine gezielte Ansprache von Flussschifftourist*innen und Passant*innen im Quartier Alter Hafen.

Ein Museum für Kinder

Ein Museum für Kinder ist mehr als ein Lernort, es ist ein Raum in dem junge Menschen entdecken, gestalten und sich selbstwirksam erleben können. Kinder sehen die Welt anders, stellen andere Fragen und brauchen andere Antworten. Wir GRÜNE setzen uns deshalb für die Realisierung eines inklusiven Kindermuseums in Würzburg ein.

Ein solcher Ort fehlt bislang in unserer Stadt, obwohl ein erheblicher Anteil der Würzburger Bevölkerung Kinder und Familien sind. Wir wollen, dass ein neuer, spannender und lebendiger Kulturort für Kinder entsteht, idealerweise im Rahmen der Kulturmeile, in direkter Nachbarschaft zu bestehenden Museen und kulturellen Einrichtungen.

Das Museum soll kindgerecht und barrierefrei sein und interaktive Ausstellungen zu Themen wie Natur, Technik, Kunst, Diversität und Nachhaltigkeit bieten. Statt stiller Betrachtung geht es um aktives Entdecken: durch Anfassen, Ausprobieren und kreatives Gestalten. Kinder sollen aktiv in die Entwicklung von Inhalten einbezogen werden.

Ein zentrales Ziel ist die Förderung kultureller Teilhabe: Alle Kinder sollen Zugang erhalten. Das Museum wird damit auch zu einem Ort der Begegnung, in dem Bildung, Gemeinschaft und soziale Integration zusammenspielen. Kooperationen mit Schulen, Kitas, sozialen Einrichtungen und der offenen Kinder- und Jugendarbeit sind dafür zentral.

Da ein solches Vorhaben dauerhaft nicht allein aus städtischen Mitteln finanziert werden kann, braucht es ein tragfähiges Konzept mit mehreren Partnern. Wir schlagen daher die Einrichtung eines runden Tisches vor, an dem potenzielle Träger*innen, Sponsor*innen, Hochschulen, Gestalter*innen und Vertreter*innen aus Politik und Verwaltung gemeinsam an der Realisierung arbeiten.

Ein Kindermuseum würde Würzburg als familienfreundlichen Kulturstandort weiterentwickeln. Es bietet Raum für kulturelle Bildung, stärkt die Teilhabe von Kindern und Familien und ergänzt das bestehende Angebot um einen wichtigen, bisher fehlenden Angebot.

Moderne Büchereien

Orte der Bildung, Begegnung und Teilhabe

Büchereien sind zentrale Bildungs-, Kultur- und Begegnungsorte für Menschen jeden Alters. In einer digitalen und vielfältigen Stadtgesellschaft leisten sie einen wichtigen Beitrag zu Chancengerechtigkeit, Teilhabe und lebenslangem Lernen. Deshalb wollen wir die öffentlichen Büchereien in Würzburg sichern, ausbauen und als lebendige Orte der Stadtgesellschaft weiterentwickeln, analog wie digital, in der Innenstadt ebenso wie in den Stadtteilen.

Wir fordern:

  • Attraktive und barrierefreie Büchereien in den Stadtteilen, die als lebendige Begegnungsorte vielfältige Nutzungen ermöglichen.
  • erweiterte Öffnungszeiten, die sich an den Lebensrealitäten der Nutzer*innen orientieren, insbesondere auch am Abend und am Wochenende.
  • eine Stärkung der digitalen Angebote mit breit gefächertem Medienportfolio, kostenlosem WLAN und öffentlich zugänglicher Technik, ergänzt durch leicht zugängliche Schulungen zur digitalen Kompetenz für alle Altersgruppen.
  • gezielte Programme zur Leseförderung und kulturellen Bildung, die insbesondere Kinder, Jugendliche und Menschen mit Migrationsgeschichte erreichen, in enger Kooperation mit Schulen, Kitas, Stadtteilzentren und sozialen Einrichtungen.
  • eine nachhaltige Modernisierung der Büchereigebäude und ihrer Ausstattung, mit Fokus auf Energieeffizienz, gute Aufenthaltsqualität und umweltfreundliche Materialien.
  • eine verlässliche und bedarfsgerechte Finanzierung, die hochwertige Medienbestände, qualifiziertes Personal und innovative Angebote dauerhaft ermöglicht.

Hafensommer

Mitten im Kulturquartier Alter Hafen befindet sich mit der Hafenbühne ein besonders attraktiver Veranstaltungsort, an dem jährlich das inzwischen unverzichtbare Musik- und Kunstfestival Würzburger Hafensommer stattfindet. Dieses

Angebot der Stadt in der theaterfreien Zeit im August, das für die Region Mainfranken bereichernd ist, begrüßen wir GRÜNE ausdrücklich. Die mehrwöchige Veranstaltungsreihe auf der schwimmenden Bühne im Alten Hafen ist für Besucher*innen und Kulturschaffende gleichermaßen ein besonderes Erlebnis.

Sing- und Musikschule Würzburg

Musik verbindet Menschen, fördert die Persönlichkeitsentwicklung und bereichert unser kulturelles Leben. Die Sing- und Musikschule leistet Breitenarbeit und Begabtenförderung in hoher Qualität. Zur Weiterentwicklung der Sing- und Musikschule wurde wieder eine kompetente Geschäftsführung und eine pädagogische Leitung etabliert, die sowohl wirtschaftlich denkt als auch musikalische-pädagogische Expertise mitbringt.

Wir freuen uns auch, dass die Sing- und Musikschule nach der Sanierung des Mozartareals endlich eine Heimat und einen adäquaten Veranstaltungsraum im Hufeisen gefunden hat und damit auch einen bereichernden Austausch zwischen der Sing- und Musikschule und der Musikhochschule fördert.

Finanzielle Hürden dürfen für die Familien kein Hindernis für musikalische Bildung sein. Einkommensschwache Familien sollen ermutigt werden, die Möglichkeiten der Förderungen besser zu nutzen. Um möglichst vielen Kindern eine Musikbildung zu ermöglichen und Begabungen frühzeitig zu fördern, müssen durch mehr öffentliche Förderung aus Landesmitteln die Gebühren niedrig gehalten werden. Auch im Rahmen der Ganztagsbetreuung müssen neue Kooperationsformen mit Schulen, Kindergärten und Horten weiterentwickelt werden.